Menschen aus Heidelberg

 

Dreißig Heidelbergerinnen und Heidelberger mit Herkunft aus Ländern rund um den Globus haben an diesem Projekt mitgearbeitet.
Sie kommen aus:
Kasachstan, Kolumbien, Spanien, China, Iran, Kenia, Türkei, Schweiz, Österreich und Deutschland.
Alle haben ihre eigenen Gründe, warum sie in Heidelberg leben. Mancher ist hier bereits fest verwurzelt und will bleiben, andere wollen beispielsweise nach dem Studium wieder in ihre Heimat zurückkehren. Was alle verbindet, ist ihre Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen und ihr Wunsch, dass die Erde, unsere gemeinsame Heimat, ein lebenswerter Ort bleibt. So haben sie sich engagiert und mitgemacht bei unserer Aktion „Die Welt in Heidelberg“.


Workshops

Sie haben an Workshops teilgenommen und darüber hinaus in vielen kleineren Gesprächsrunden über lokale Umweltprobleme diskutiert und diese in einen globalen Zusammenhang gestellt. Jeder mit seinem eigenen kulturellen Hintergrund, mit seinem ihm eigenen Wissen über sein Land und mit seinen selbstgesetzten Schwerpunkten. Jeder war so gleichzeitig Lernender wie Lehrender, und die Vielfalt an Ideen, die in den Gesprächen entwickelt wurden, war so groß, dass sie mit der Ausstellung, die gemeinsam erarbeitet wurde, nur schlaglichtartig wiedergegeben werden kann.
Ausstellung
Die Ausstellung zeigt Länderplakate, die in Eigenregie von den Teilnehmern erstellt wurden, die im betreffenden Land geboren sind oder lange in ihm gelebt haben. Sie zeigt Hoffnungen und Ängste von Menschen, die aus diesen fernen Ländern kommen. Hoffnungen und Ängste, die auch mit uns zu tun haben, denn die Auswirkungen unserer Art zu leben in Heidelberg gehen längst über unsere Grenzen hinaus in alle Welt: Unsere Lebensmittel, unsere Kleider und unsere Konsumgüter werden oft in fernen Ländern produziert. Unsere T-Shirts und Hosen haben etwas mit der Austrocknung des Aralsees zu tun, und unsere Schnittblumen kommen oft aus Kenia oder Kolumbien. Auch Entscheidungen über Rohstoffe haben globale Wirkung: Der Uranabbau für Kernkraftwerke gefährdet Menschen in Kasachstan, und der Verbrauch von Kohle und Erdöl verändert das Klima überall. Die Leidtragenden sind Menschen an allen Orten unserer Erde.
Nicht zuletzt zeigt die Ausstellung Folgendes: Niemand, der sich um die Zukunft unserer Erde kümmert, ist alleine. In aller Welt haben Menschen Ideen, wie wir unseren Planeten für uns und unsere Kinder und Enkel erhalten können.
Die Ausstellung möchte Mut machen. Mut, mit Menschen aus anderen Ländern Kontakt aufzunehmen, unsere Gemeinsamkeiten zu erkennen wie auch unsere kulturellen Unterschiede. Mut, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Mut, die Welt zu verändern.
Im Umweltzentrum bekommen Sie kostenlos das Heft mit den Abbildungen der Ausstellungstafeln und weiteren Texten zum Thema. Gegen 2,20 € in Briefmarken schicken wir Ihnen das Heft auch zu.

Global denken, miteinander reden, gemeinsam handeln

Die Workshops „Global denken, miteinander reden, gemeinsam handeln“, auf denen „Die Welt in Heidelberg“ aufbaut, sind ein Projekt der Landesstiftung Baden-Württemberg im Rahmen des Programms „Neue Brücken bauen... zwischen Generationen, Kulturen und Institutionen“. Das gleiche Programm ermöglicht nun den Workshopteilnehmern Vorträge zu halten und das Projektheft mit der Ausstellung in ausreichender Auflage zu drucken und zu verteilen.


Internationaler Arbeitskreis

Der Erfolg des Projekts hat die Teilnehmer im Oktober 2009 motiviert, einen Arbeitskreis zu gründen. Sie treffen sich einmal im Monat im BUND-Umweltzentrum. Dina und Asselya aus Kasachstan haben bereits einen Vortrag in einer Eberbacher Schule über ihr Land gehalten. Saadet hat einer Neckargemünder Projektgruppe bei Übersetzungen für einen internationalen Garten geholfen. Fast alle werden sich an der oben erwähnten Vortragsreihe beteiligen. Auch in den jeweiligen Herkunftsländern möchte der Internationale Kreis aktiv werden, etwas bewegen und neue Projekte beginnen bzw. unterstützen. So hat Dina bereits für Kasachstan begonnen, ein Ökotourismus-Projekt ins Leben zu rufen. Hassan möchte für Shiraz im Iran ein Projekt zur Wiederaufforstung starten und hat schon erste Gespräche mit dem Landwirtschaftsministerium geführt.

Eine-Welt-Preis Baden-Württemberg

Im November 2010 erhielt die BUND-Kreisgruppe Heidelberg für das Projekt "Die Welt in Heidelberg" den zweiten Preis in der Kategorie "Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Baden-Württemberg".

Der Eine-Welt-Preis BW 2010 wurde durch die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) verliehen. Mit dieser Auszeichnung wurde der "innovative Ansaz für die Vernetzung und den intensiven Austausch von Menschen mit Migrationshintergrund sowie wie die Nutzung der besonderen Kenntnisse von Migranten für die Bewusstseinsbildung in Baden-Württemberg" hervorgehoben und gewürdigt.