Heidelberger Jugendklimagipfel 2013

 

Datum: 1. und 2. Oktober 2013, 8 - 17 Uhr
Ort: Welthaus, Willy-Brandt-Platz 5,  69115 Heidelberg
Teilnehmer/-innen: Abigel O., Bawan L., Benjamin K., Cengizhan A.,  Daniel H., Emma Sofie A., Eva M., Franziska K., Hakan Ömer D., Hanna M., Jana B., Janik G., Janna S., Johannes M., Jonas K., Lawin B., Lena J., Lena v. S., Marc B.,  Mats F.,  Miguel S., Nele S.,  Nils O.,  Oliver F., Redir D., Rehan C., Thank-Mink N.,  Tim S., Victoria G., Yasemin Y.
Idee des Jugendklimagipfels: Entwicklung von Ideen und Visionen, die zu einem klimaneutralen Heidelberg führen.


Zum dritten Mal war es wieder so weit. Es war Zeit für den Jugendklimagipfel. Jugendliche aus Heidelberg und Umgebung haben beschlossen, sich gemeinsam Gedanken zu der Frage: "Wie möchte ich im Jahr 2050 leben?" zu machen.
Am Dienstagmorgen trafen die Jugendlichen verschiedener Altersklassen nach und nach im Welthaus ein.
Erst lernten sich alle kennen, anschließend informierten die Moderatoren Lothar Eisenmann, Dominik Jessing vom IFEU, und Stephan Pucher vom BUND Heidelberg die Teilnehmer via Vorträge und Kurzfilme über den Klimawandel, sowie die Möglichkeiten der Jugendlichen, etwas zum Klimaschutz beizutragen.
In vier Gruppen eingeteilt machten sich alle an die Arbeit, Hilfe bekamen sie dabei von Schirin Shahed vom UFU und den Moderatoren. Die Gruppe regenerative Energien kümmerte sich um eine CO2-freie Stromversorgung Heidelbergs. Die Gruppe Stadtentwicklung beschäftigte sich mit der Infrastruktur und den Konversionsflächen Heidelbergs. Die Gruppe der Regionalisierung machte sich Gedanken um das Konsumverhalten und die Ernährung der Bewohner, last but not least setzte sich die Gruppe mit dem Schwerpunkt Effizienz und Suffizienz für ein genügsames Leben ein.
Bis in die späten Nachmittagsstunden feilten die Jugendlichen an ihren Ideen, für deren Ausarbeitung sie Unterstüzung und Tipps von Experten bekamen.


Am Mittwoch knüpfte man dort an, wo man am Vortag aufgehört hatte. Die Themen wurden schriftlich, bildlich und multimedial festgehalten und vorbereitet, sodass sie am Nachmittag dem Oberbürgermeister und der Presse vorgetragen werden konnten.
Als es dann soweit war und der Schirmherr des Jugendklimagipfels, Dr. Eckart Würzner, im Welthaus eintraf, präsentierten die Jugendlichen ihre Ergebnisse. Diese wurden von ihm begeistert aufgenommen, er sagte zu, die Vorschläge beim Masterplan 100% Klimaschutz zu berücksichtigen. Zudem lud er Gruppenmitglieder der Arbeitskreise ein, ihre Ergebnisse dem Heidelberg-Kreis Klimaschutz vorzustellen.
Die Presse war auch dabei. Die Jugendlichen gaben Interviews und ließen sich von Filmteams bei der Arbeit aufnehmen. Ein Bericht für das Fernsehen (Landesschau Baden-Württemberg) und ein Kurzfilm für die Stadtredaktion wurden gedreht.  Außerdem berichtete die lokale Presse (Mannheimer Morgen und Rhein-Neckar-Zeitung).
Die Arbeit der Jugendlichen war in den Augen aller Beteiligten mehr als gelungen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen!

Zusammenfassung der Ergebnisse des Jugendklimagipfels

Nimmt man die verschiedenen Visionen der vier Arbeitskreise zusammen, so werden wir im Jahr 2050 in einer Stadt leben, in der das Privatauto eine untergeordnete Rolle spielt. Die Stadt ist so konzipiert, dass die verbleibenden Autos in Tiefgaragen untergebracht sind und nicht mehr auf der Straße parken. Der gewonnene Freiraum bietet den Heidelbergerinnen und Heidelbergern viel Raum zum Flanieren und sich Wohlfühlen.

Ihre Mobilität ist durch einen sehr gut ausgebauten, abgabenfinanzierten ÖPNV, durch Fahrradstationen und Carsharing gewährleistet. Bei den Autos handelt es sich um Elektro- oder Wasserstoffautos, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Die Pendlerströme in der Stadt sind zurückgegangen, da auf den Konversionsflächen die Schaffung von Wohnraum absoluten Vorrang hatte und so die vielen Menschen, die in Heidelberg arbeiten leichter auch Wohnungen hier finden können.

Durch den Rückgang des Verkehrs werden weniger Straßen benötigt und die neuen Freiflächen können für die Freizeit, aber auch für Gartenbau und Landwirtschaft im Rahmen eines städtisch geförderten Urban-Gardening-Programms genutzt werden.

Im Heidelberg des Jahres 2050 wird aber auch viel Wert auf Effizienz gelegt. Der Gebäudebestand wurde zu Passivhäusern entwickelt und neue Technologien wie LED werden flächendeckend genutzt. Der verbleibende Energiebedarf stammt aus erneuerbaren Energien. Besonders der Ausbau der Solarenergie entlang der Autobahnen und auf den Hausdächern liegt den Jugendlichen am Herzen. 72 Millionen Euro benötigt man, um die Potentiale der Solarenergie zu nutzen. Eine Finanzierung könnte über reiche Sponsoren funktionieren, aber auch über eine solidarische Bevölkerung, die mit erschwinglichen Pro-Kopf-Beträgen ihren Beitrag für unsere Stadt der Zukunft leistet und Solaranlagen finanziert, deren Stromerträge vollständig dafür genutzt werden neue Solaranlagen zu bauen.

Mit einer Werbekampagne wirbt der Jugendklimagipfel dafür, nicht nur Heidelberg im Auge zu behalten, sondern auch die Wirkung unseres Handelns auf andere Länder und auf die Natur: Heidelberg goes fresh, Heidelberg goes old school, Heidelberg goes fair, Heidelberg goes clean, Heidelberg goes natural und Heidelberg goes smart. Unter diesen Überschriften werben die Jugendlichen für eine faire, ökologische und gentechnikfreie Landwirtschaft, die auch gut vermittelt wird. Ziel: Heidelberg goes happy! Damit das gelingt, sollte nach Meinung der Jugendlichen ein Junior-Oberbürgermeister der Stadt an die Seite gestellt werden.


Der Jugendklimagipfel wird  gefördert vom Klima-Strom-Fonds der Stadtwerke Heidelberg Energie.

Sieben Delegierte des Jugendklimagipfels stellten am 11. November 2013 die Ergebnisse dem Heidelberg-Kreis Klimaschutz vor. In diesem Kreis sind Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Forschung, Umweltverbänden und von vielen weiteren Heidelberger Akteuren, denen der Klimaschutz wichtig ist. Die Ergebnisse der Jugendlichen werden im Masterplan 100% Klimaschutz der Stadt Heidelberg aufgenommen. Dieser wird Anfang 2014 dem Heidelberger Gemeinderat vorgelegt.