Klimawende in Heidelberg - für Artenschutz und Klimagerechtigkeit das 1,5°C einhalten

Die Forschung des internationalen Wissenschaftlergremiums IPCC zeigt, dass für die Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5°C und selbst auf 2°C extrem wenig Zeit verbleibt. Das CO2-Budget, welches noch ausgestoßen werden kann, um die 1,5°C Marke nicht zu überschreiten ist in ca. 10 Jahren ausgeschöpft, wenn die Welt auf dem heutigen Status Quo weiter CO2 emittiert. Die Einhaltung der momentanen Treibhausgaseinsparziele aller Staaten würden eine Erwärmung von über 3 °C bedeuten.

Folgerichtig wurde in Heidelberg der Klimanotstand ausgerufen, um das Zeichen zu setzen: die Maßnahmen müssen ambitionierter werden! Die Bereiche Mobilität, Stromverbrauch und Wärmeverbrauch machen jeweils etwa ein Drittel der stationären CO2 Emissionen in Heidelberg aus, in allen diesen Bereichen müssen die Emissionen nun schnell und stark sinken!

Die Intiative "Heidelberg kohlefrei - Klimanotstand ernst nehmen"

Im Bereich der Fernwärmeversorgung liegt ein großer Hebel zur Senkung der CO2-Emissionen: 75% unserer Heidelberger Fernwärmeversorgung (ca. 34% des gesamten Wärmeverbrauchs) werden heute noch aus Steinkohle gedeckt. Mit über 0,33 kg CO2 pro kWh Energieinhalt ist Steinkohle sehr CO2-intensiv. Selbst wenn Steinkohle in hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung genutzt wird, stellt dieses aufgrund der CO2-Intensität des Brennstoffs mitnichten eine klimafreundliche Strom- und Wärmeversorgung dar.

Auch Mannheim, Schwetzingen und Edingen werden mit Steinkohle-Fernwärme aus dem Großkraftwerk Mannheim versorgt. 7,8 Mio. Tonnen CO2 kommen momentan jährlich aus diesem Kraftwerk. Um die Steinkohleverbrennung zu beenden, setzen wir uns mit einer "Bürgerinitiative Heidelberg kohlefrei - Klimanotstand ernst nehmen" dafür ein, dass die Wärmeversorgung auf erneuerbare Wärmeerzeuger bzw. CO2- neutrale Wärmeversorgung umgestellt wird und der Wärmeverbrauch durch Dämmung der Gebäude gesenkt wird.

Für Brückentechnologien wie Gaskraftwerke bleibt keine Zeit! Wir fordern daher eine Fernwärmeversorgung, die bis zum Jahr 2025 spätestens jedoch 2028 ohne den Einsatz fossiler Energieträger geschieht. Alternative Energien sind zum Beispiel Umweltwärme aus Wasser, Luft und dem oberflächennahen Erdreich, welche durch Großwärmepumpen genutzt werden kann, die solarthermische Wärmeerzeugung, die tiefe Geothermie und Abwärme aus Gebäuden und Industrieprozessen.

Die Nutzung CO2 freier Energieträger dient auch der Absicherung gegen zukünftig steigende CO2-Zertifikatepreise und damit steigende Kosten für fossile Fernwärme. Wem dieses Datum früh erscheint, der bedenke: spätestens 2038 darf der letzte Steinkohle-Block in Mannheim gemäß Empfehlung der Kohlekommission nicht weiter betrieben werden, der Handlungsdruck ist nicht nur aus Umweltsicht, sondern auch aus politischer Sicht gegeben. 

Wir setzen uns daher für den schnellen Umstieg der Fernwärmeversorgung auf fossil-freie Energieträger ein.

Auch in Mannheimer formiert sich gerade eine Initiative.

Schließt Euch uns an!

Wir freuen uns über Eure Unterstützung - mit inhaltlichen Beiträgen, im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und der Organisation oder mit anderen kreativen Ideen.

Ansprechperson: Dr.-Ing. Amany von Oehsen

Kontakt: bund.heidelberg@bund.net