Schädlingskontrolle mit Köpfchen

Wenn im Frühjahr die Blattläuse wieder über den Garten herfallen oder die Schwammspinnerraupen dem Wald stellenweise arg zusetzen, dann befürchten viele: Wenn jetzt nichts dagegen unternommen wird, dann werden sich die Schädlinge vermehren, bis alles kahlgefressen ist.

Erfahrene BiogärtnerInnen wissen aber, dass dem nicht so ist. Bei den Läusen sind sofort die Fressfeinde wie beispielsweise Marienkäfer zur Stelle. In Fällen unregelmäßiger Massenvermehrung wie beim Schwammspinner hört der Spuk von alleine auf, weil die Raupen an Krankheiten sterben, die durch Viren, Bakterien oder Pilze verursacht werden. Als Gartenbesitzer kann man allerdings nicht immer die Regelmechanismen der Natur abwarten, sondern muss schon ein bisschen nachhelfen, will man möglichst viel ernten.

Dies geht ohne Gifte, deren Anwendung in Baden-Württemberg im Privatbereich ohnehin verboten ist. Hierbei helfen gute Gartenbücher und die Kenntnis von der Lebensweise der Schädlinge. So verhindert man zum Beispiel erfolgreich die Vermehrung des Erdbeerblütenstechers, indem man die geknickten, welken Blütenknospen absammelt. Darin entwickeln sich nämlich die Käfer, die im nächsten Jahr wieder Erdbeerblüten befallen würden.

 

Mit Knoblauch gegen Blattläuse

Wenn im Mai die Blattläuse über die zarten Pflanzenknospen herfallen, schauen der Biogärtner und die Biogärtnerin gelassen zu: Sie wissen, dass sie sich in aller Regel auf ihre vielen fleißigen Gartenhelfer wie die Marienkäfer, die Florfliegenlarven, die Larven der Schwebfliegen, die Ohrwürmer und auch die Meisen verlassen können. Sie alle räumen unter den Blattläusen in kurzer Zeit kräftig auf.

Das funktioniert natürlich nicht bei Zimmerpflanzen. Hierzu hat die BUND-Umweltberatung einen heißen Tipp: Zur Vorbeugung stecke man Knoblauchstücke so tief in den Topf blattlausgefährdeter Zimmerpflanzen, dass sie gut von Erde bedeckt sind und somit der Knoblauchduft im Topf bleibt. Fortan meiden Blattläuse diese Pflanzen. Sind sie schon befallen, hilft diese Methode allerdings nicht mehr. Dann streift man entweder die Blattläuse mit den Fingern von der Blättern oder föhnt die Pflanze vorsichtig rundherum in schräger Haltung über der Badewanne. Die Läuse springen ab. Sollte auch dies nicht von dauerhaftem Erfolg gekrönt sein, dann fühlt sich die Pflanze an ihrem Standort grundsätzlich nicht wohl. Man sollte dann entweder den Standort oder die Pflanze wechseln.

Die Knoblauchmethode hat sich übrigens auch bei Balkonpflanzen bewährt. Im Garten zwischen Rosen, Erdbeeren und auf Baumscheiben gepflanzt, hilft Knoblauch darüber hinaus zur Vorbeugung gegen Pilzerkrankungen.

Literaturtipp
Biologischer Pflanzenschutz im Garten, Schmid/Henggeler, Ulmer Verlag, ca. 21.- €
Pflanzenschutz im Biogarten, Marie-Luise Kreuter, BLV, ca. 25,- €
Bezug: Buchhandel

 

Schnecken im Garten!

Um es vorweg zu sagen: Den schneckenfreien Garten kriegt man nicht hin, was allerdings auch nicht erstrebenswert wäre. Denn Schnecken erfüllen als Pflanzenzersetzer und Futter z.B. für Igel, Vögel, Kröten und Blindschleichen eine wichtige Aufgabe im Recyclingsystem der Natur. Wie aber lassen sich zarte Gemüsepflänzchen, die offensichtlich ihre Lieblingsspeise sind, wirksam vor ihrem Appetit schützen?

Erfahrene Biogärtner empfehlen hierfür einen stabilen Schneckenzaun. Er besteht aus länglichen Blechteilen mit einem für Schnecken unüberwindbarem gebogenem Rand. Diese werden ausreichend tief um das Beet herum eingegraben und dürfen absolut keine Lücken aufweisen. Wichtig sind deshalb auch die Eckverbindungen! Zudem muß peinlichst genau darauf geachtet werden, dass keine Blätter oder Zweige darüber hängen, denn diese Brücke würde sofort genutzt werden. Unvermeidlich ist wohl, dass man über den Kompost Schnecken einschleppt. Diese erwischt man sehr gut, indem man beispielsweise Holzbrettchen auslegt, worunter sie sich tagsüber verkriechen und wovon sie leicht abzusammeln sind.

Für den schneckengeplagten Ziergarten gibt es außer der Förderung der Tiere, die Schnecken fressen (z. B. durch das Aufsetzen von Reisighaufen), noch eine andere wirksame Methode: Man bevorzugt Pflanzen, die der praktischen Erfahrung nach von Schnecken gemieden werden.

Literaturtipp
Schnecken im Garten, Graber/Suter, Franckhsche Verlagshandlung, ca. 6,40 €
Bezug: Buchhandel

 



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