100 Prozent Baumwolle?

Eine Bluse aus 100 Prozent Baumwolle, die sich nicht heiß bügeln lässt und beim Tragen so wenig Schweiß aufsaugt wie Kunstfasern? Da stimmt doch etwas nicht! Richtig: Zum Einen können 2 Prozent andere Fasern verarbeitet sein und zum anderen kann sie durch spezielle Textilausrüstung, die nicht gekennzeichnet werden muss, mit verschiedensten Chemikalien behandelt sein.

Zur Pflegeleichtausrüstung und für Füllappreturen werden beispielsweise verschiedene Kunstharze eingesetzt. Darunter solche, die das berühmt-berüchtigte Formaldehyd abspalten. Sie kann auch antimikrobiell z.B. mit Antibiotika ausgerüstet oder zur Schmutzabweisung mit einem teflonähnlichen Kunststoff überzogen sein usw. Bei Wolle ist es ähnlich, bei Seide nicht besser.

Als LiebhaberIn von Naturstoffen ist man heute demnach vor hohen Kunststoffanteilen, die die angenehmen Trageeigenschaften der Naturfasern hinfällig machen, nicht sicher. Hier hilft nur der Einkauf in Geschäften oder in Versandhäusern, die sich darauf spezialisiert haben. Immer öfter treten aber auch Allergien und Hautprobleme durch bestimmte Chemikalien in der Kleidung auf. Ein weiteres Problem ist schließlich die große Umweltbelastung, die die Textilveredlung verursacht.

Kleidung: Gesund für Sie

Kleider machen Leute, manchmal aber auch krank. Auf jeden Fall ist ihre Produktion sehr umweltbelastend, weil immer mehr kurzlebiger Modefummel hergestellt wird und die sogenannte Veredlung von Textilien nichts anderes ist, als das Erzielen von Modeeffekten durch den Einsatz von geballter Chemie.

Dies gilt auch für Kleidung aus Wolle, Baumwolle und Seide. Wer meint, ständig neue Klamotten zu brauchen, hat das höchste Risiko, mit Chemikalienrückständen aus den Kleidern in Berührung zu kommen. Dabei ist das Problem weniger eine einzelne ungesunde Substanz, sondern vielmehr die heute unüberschaubare Vielzahl an Chemikalien, die in kleinsten Mengen - und nicht nur über die Kleidung - auf den menschlichen Körper einwirken. Sie überfordern ihn allmählich und können ihn schleichend krank machen.

Für Umwelt- und Gesundheitsbewußte deshalb einige Tipps: Prinzipiell sollte man jedes Teil vor dem Tragen mindestens einmal waschen. Hierdurch werden eventuell noch vorhandene Chemikalienrückstände entfernt.

Gesund für die Bauern

Gesund für die Fabrikarbeiterinnen

Tipp: Achten Sie beim Einkauf von Kleidung auf die Kennzeichnung mit dem IVN Best-Label oder dem GOTS-Standard. Ausführliche Informationen zu den Labeln finden Sie hier.

Kleidung: Gesund für die Bauern

Der Großteil der heutigen Mode besteht aus Baumwolle. Betrachtet man die weltweiten Anbauflächen, so werden bereits auf 68 % der Baumwollflächen gentechnisch veränderte Baumwollpflanzen angebaut. Diese Neuzüchtungen sind resistent gegen Insekten und teilweise auch gegen die beim intensiven Baumwollanbau eingesetzten Herbizide. Der weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid-Wirkstoff „Glyphosat“ steht neuerdings unter dem Verdacht, Krebserregend zu sein. Durch den Kauf konventioneller Baumwollkleidung unterstützt man den Einsatz dieser gesundheitsschädigenden Substanzen und den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen. Der konventionelle Baumwollanbau wird meist mit intensiver künstlicher Bewässerung betrieben, mit erheblichen Umweltauswirkungen auf die gesamte Region.

Diesen für Umwelt und Gesundheit der Baumwollbauern schädlichen Praktiken kann man Einhalt gebieten, indem man beim Kleiderkauf auf die Kennzeichnung mit Labeln achtet, die den Anbau der Baumwolle regeln, z.B. IVN Best oder dem GOTS-Label.

Eine weitere Alternative ist Kleidung aus Hanf, Wolle oder Leinen. Hanf beispielsweise verfügt über eine wesentlich bessere Umweltbilanz als Baumwolle, weil er weniger gedüngt und nicht mit Pestiziden behandelt werden muss.

Gesund für Sie

Gesund für die Fabrikarbeiterinnen

Kleidung: Gesund für die Fabrikarbeiterinnen

Als im April 2013 über 1000 Menschen bei einem Fabrikeinsturz in einer Textilfabrik in Bangladesch ums Leben kamen, wurden die Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen in den dortigen Textilfabriken wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Arbeiterinnen in Bangladesch, dem zweitgrößten Textilproduzenten der Welt, arbeiten unter Bedingungen, die an Sklaverei grenzen. 12-16 Stunden am Tag sind die Regel, in Phasen großer Bestellungen entfällt auch mal die Toilettenpause, die Arbeiterinnen sind oft noch Kinder. Hierfür bekommen sie umgerechnet 30 Euro im Monat.

Unter diesen Bedingungen werden die Kleider, die wir tragen, hergestellt. Abhilfe kann geschaffen werden, indem man beim Kleiderkauf auf Label achtet, die auch die Arbeitsbedingungen der Textilherstellung berücksichtigen. Dies tun die Label IVN Best und GOTS. Ausführliche Informationen zu den Labeln finden Sie hier.

Gesund für die Bauern

Gesund für Sie

Gesunde Kleidung zum günstigen Preis

Die Produktion neuer Kleidung verursacht vielfältige negative Umweltwirkungen; Wasser, Ressourcen und Energie werden ausgebeutet und auch die sozialen Bedingungen, unter denen Kleidung hergestellt wird, sind oft katastrophal. Diesem Dilemma kann man entgehen, wenn man statt neuer Kleidung Second-Hand Klamotten kauft. Hierdurch vermeidet man die negativen Umweltauswirkungen und Abfälle.

Noch einfacher funktioniert das Ganze auf der Kleidertauschparty des BUND Heidelberg, bei der man - wie der Name schon sagt - mit gutem Gewissen nach Herzenslust Klamotten tauschen kann.
Weitere Anregungen zu nachhaltigem Leben finden Sie hier.



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