Hier können Sie die PDF-Datei mit dem Diskussionspapier herunterladen

Spätestens bis Ende 2015 wird die US Army ihre Liegenschaften auf Heidelberger Gemarkung (Mark Twain Village mit den Campbell Barracks, Patton Barracks, Airfield, Patrick Henry Village) aufgegeben haben – insgesamt etwa 180 Hektar. Die Flächen sind dann Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und werden der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) zur Wahrung der Staatsinteressen übergeben. Der für die zukünftige Entwicklung der Flächen ins Leben gerufene Entwicklungsbeirat hat im März 2012 einen Leitlinienentwurf zur Konversion dieser Flächen vorgestellt, der zwei Monate später vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde. Außerdem wurden eine Bestandsaufnahme der Flächen in Form „Vorbereitender Untersuchungen“ nach Baugesetzbuch sowie Befahrungen der Liegenschaften mit interessierten Bürgern beschlossen. Ab Herbst 2012 soll dann die Heidelberger Bürgerschaft an der Erarbeitung konkreter Nutzungskonzepte beteiligt werden.

Das Ziel der Stadt, so war in der RNZ vom 23. April 2012 zu lesen, ist „eine Planung, die bei ihrer konkreten Umsetzung … nicht mit Widerständen zu rechnen habe.“ Damit dies gelingt, möchte man auf eine möglichst gute Einbindung der Bürger und der BIMA achten. Planungsvorgaben gebe es bislang nicht, vielmehr gehe es darum, die „Talente des Standorts“ kennenzulernen – so Baubürgermeister Stadel in diesem Artikel.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind die Konversionsflächen der US Army für externe Akteure ein weißer Fleck auf dem Heidelberger Stadtplan. Was jedoch bereits bei einer Umgehung von Mark Twain Village, den Campbell Barracks und den Patton Barracks auffällt, ist ein hoher Anteil unbebauter Flächen, die allerdings zum Teil versiegelt sind. Aufgrund ihrer Strukturen und der attraktiven innerstädtischen Lage haben diese drei Areale ein enormes Entwicklungspotenzial. Sie bieten der Stadt Heidelberg die Chance, stadtplanerische und stadtökologische Ansprüche einzulösen, etwa die Schaffung lebenswerter Stadtquartiere mit hohem Grünflächenanteil in verkehrsgünstiger Lage.

Der BUND hat nicht den Anspruch, ein vollständiges Stadtentwicklungskonzept zu erarbeiten. Ergänzungen aus anderen Perspektiven sind sicherlich notwendig, unser Konzept zu den Freiflächen sollten dabei aber als Grundlage betrachtet werden. Wir möchten Ideen und schlüssige Argumente für die gezielte Entwicklung eines Freiflächenkonzepts liefern. Unser Konzept soll die oben angesprochenen „Freiflächentalente“ der drei Standorte aufzeigen. Freiflächen sind für uns dabei Kontrapunkte zur Bebauung: „Sie sind die ‚Spielräume‘ nicht nur für die Kinder einer Stadt, sondern auch für die vielfältigen Aktivitäten der Menschen, die nicht vorhersagbar sind und sich deshalb einer Planung widersetzen.“ Wir würden uns freuen, wenn unser Konzept auch im Rahmen der IBA aufgegriffen würde.