Masterplan Neuenheimer Feld

Die Geschichte

Im Juli 2015 beschloss der Gemeinderat, dass die Stadt gemeinsam mit der Universität einen „Masterplan Neuenheimer Feld“ für die bauliche Entwicklung und die verkehrliche Erschließung des Neuenheimer Felds erarbeiten solle.

Kurz danach startete eine Unterschriftensammlung für eine wirksame Bürgerbeteiligung bei diesem Verfahren. Es bildete sich ein Bündnis, das im Dezember 2015 der Stadtverwaltung weit mehr als 1.000 Unterschriften überreichen konnte, die eine wirksame Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Aufstellung dieses Masterplans forderten. Da viele Umwelt- und Naturschutzaspekte zu berücksichtigen sind, schlossen sich die BUND-Kreisgruppe Heidelberg und die BUND-Ortsgruppe HD-Wieblingen dem Bündnis an.

Besorgniserregend ist, dass von Universität und Stadt Vorschläge für Bebauung und verkehrliche Erschließung gemacht werden, durch die ökologisch höchst sensible Naturlandschaften bedroht werden. Das betrifft insbesondere das Naturschutzgebiet Altneckar Heidelberg-Wieblingen und die strukturreiche Gartenlandschaft im Handschuhsheimer Feld.

Interessierte Kreise halten in diesem Zusammenhang auch immer wieder eine 5. Neckarbrücke mitten durch das Naturschutz- und FFH-Gebiet für möglich und machbar. Diese würde die einmalige Flusslandschaft mit ihren vielen kleinen Lebensräumen und Rückzugsgebieten für die verschiedensten Pflanzen- und Tierarten zerstückeln und damit ihren Schutz unmöglich machen. Um dies zu verhindern wurde das Gebiet 1987 unter Schutz gestellt. Aber auch die Erschließung von Dossenheim über die L 531 ist in der Diskussion. Auch dies bedeutete Straßenbau und Zerstörung der gewachsenen Strukturen im Feld und zöge die weitere Besiedlung des Felds nach sich. Denn: Eine Straße ohne Anlieger links und rechts ist weggeworfenes Geld!

Der Stand der Dinge

Regional- und Flächennutzungsplanung erlauben keine weitere Bebauung des Handschuhsheimer Felds. Ausnahme ist allerdings der alte Bebauungsplan Hühnerstein aus dem Jahr 1970, der eine massive Verdichtung mit einer GFZ von 1,5 auf ca.15 ha landwirtschaftlicher Fläche vorsieht und ohne Begründung nachrichtlich in diese Pläne übernommen wurde.

Die Klimaanalyse, erstellt im Auftrag der Stadt Heidelberg, erklärt den gesamten Bereich des Handschuhsheimer Felds zum Ausgleichsraum mit mittlerer und hoher bioklimatischer Bedeutung und hoher Empfindlichkeit gegenüber einer Nutzungsintensivierung. Der Luftaustausch mit der Umgebung über die Kaltluftleitbahnen müsse erhalten bleiben.

Der Entwurf des Nachbarschaftsverbands zum neuen Flächennutzungsplan weist vom Gebiet des Hühnersteins 4,5 ha als Sonderbaufläche Wissenschaft und 11 ha als Parkanlage aus. Die übrigen Strukturen im Handschuhsheimer Feld lässt er unangetastet, er sieht also keine weitere Besiedlung und Erschließung vor.

Die Forderung der Naturschützer

Der BUND betrachtet die weitere Bebauung und Erschließung des Handschuhsheimer Felds als ein Nullsummenspiel: Den Flächengewinnen der Universität ständen die Verluste an Natur und Lebensqualität in Handschuhsheim, Neuenheim und Wieblingen gegenüber.

Die Universität muss ihr Überleben auf dem bestehenden Campus ggf. durch Verdichtung und Neuorganisation absichern oder bei unabweisbarem Bedarf auf die Konversionsflächen ausweichen. Es stellt sich sowieso die Frage, inwieweit Lehre und Forschung immer wieder an die Neuerrichtung von Gebäuden gebunden sind. Oder stimmt unser Eindruck: Jede Angelegenheit, jedes Problem, jedes Thema (issue) wird ein Bauwerk! Und: Ein Bauwerk zieht Erschließung nach sich, das heißt: Wer Straßen sät, wird Autos ernten! Das gilt auch für das Handschuhsheimer Feld.

Die Naturschützer in Heidelberg setzen auf die Unterstützung ihrer Forderung nach Freihaltung des Handschuhsheimer Felds von jeder neuen Bebauung. Beim Schutz der Natur, beim Schutz der Flussaue am Wieblinger Altneckar und der Strukturen im Handschuhsheimer Feld darf es keine Abstriche geben. Der Ausgleichsraum Handschuhsheimer Feld muss durch alle verfügbaren gesetzlichen Vorschriften den strengst möglichen Schutz vor Zerstörung erhalten.

Dazu benötigen wir auch das entsprechende Votum der Mitbürgerinnen und Mitbürger.