17. Juni 2013

Südstadt Nutzungskonzept

BUND Nutzungskonzept Südstadt

Liebe Gemeinderäte der Stadt Heidelberg,

der BUND hat auf allen drei bisher zur Südstadtkonversion abgehaltenen Bürgerforen, verteilt in diversen Arbeitsgruppen, mitgewirkt. Deshalb wissen wir, was dort besprochen wurde. Wir sind außerdem im Entwicklungsbeirat vertreten und kennen daher den aktuellen Stand der städtischen Planungen. Leider müssen wir feststellen, dass viele der im Bürgerforum entwickelten Vorstellungen und Ideen im städtischen Konzept aktuell nicht aufgegriffen und berücksichtigt sind. Wir möchten verhindern, dass hervorragende Bürgervorschläge im Planungsprozess einfach so untergehen. Deshalb schildern wir die aus unserer Sicht wichtigsten, die wir – siehe Plananlage – in das bestehende städtische Konzept eingebaut haben.

Hier können Sie die PDF-Datei mit dem Südstadtplan herunterladen

 

 

 

Die Punkte im Einzelnen:

  1. Die grüne Schraffur ist missverständlich als „öffentliche Freiflächen“ gekennzeichnet. Sie sollte in „öffentliche Grünflächen“ umbenannt werden.
  2. Um der Bürgeridee des grünen Stadtteils gerecht zu werden, sollten weitere Grünflächen an folgenden Stellen als öffentliche Grünflächen gesichert und verbindlich ausgewiesen werden:
    a. Große Freifläche nördlich der Sickingenstraße schräg gegenüber dem Bolzplatz.
    b. Westlich des Parks um die Kommandantenvilla sollte eine öffentliche Grünfläche als Verbindung zum Kirchheimer Loch geschaffen werden. Sie würde eine grüne Vernetzung in Ost-West-Richtung möglichen, so wie es im zweiten Bürgerforum von den Bürgern vorgeschlagen wurde.
  3. In die Grünflächen sollten nicht nur Spielplätze, sondern auch Naturerfahrungsräume integriert werden. Auch dies war ein vielgeäußerter Wunsch aus den Bürgerforen. Näheres zu Naturerfahrungsräumen finden Sie im BUND-Diskussionspapier „Südstadt mit Charakter“  unter http://www.bund-heidelberg.de/veroeffentlichungen/positionen/suedstadt_mit_charakter/
  4. Wir freuen uns, dass die von uns in „Südstadt mit Charakter“ vorgeschlagene kolonnadenartige Bebauung im Randbereich des Paradeplatzes anscheinend aufgegriffen wurde. Sie ist im Plan eingezeichnet (pinkfarbene Markierung „ergänzende Nutzung im EG“), wird aber leider nicht näher beschrieben.
  5. Statt „Wirtschaftsfläche mit optionalem Wohnraum“ sollte „Mischnutzung“ als Begriff verwendet werden. Dieser Begriff ist klarer definiert.
  6. Im zweiten Bürgerforum wurde in den Arbeitskreisen „Identität“ und „Stadtteilmitte“ die Bedeutung des Torhauses der Campbell Barracks hervorgehoben. Der im Konsens verabschiedete Vorschlag eines Stadtteilzentrums in Z-Form (Torhaus-Römerstraße-Markushaus) kommt bereits im Protokoll nur noch rudimentär zum Ausdruck.
    Im beiliegenden BUND-Planungsvorschlag ist das Torhaus mit Vorplatz mit einem roten Kasten markiert. Dieser Platz birgt enormes Potenzial für ein identitätsstiftendes Zentrum des Stadtteils und sollte entsprechend entwickelt werden. Günstig unterstützen ließe sich diese Identitätsbildung aus unserer Sicht durch einen Neubau direkt gegenüber dem Torhaus an der Ostseite der Römerstraße, der gleichfalls Versorgungsfunktionen für die neue Stadtteilmitte übernehmen könnte. Auch eine Tiefgarage wäre hier denkbar; sie würde den Stadtteil vom ruhenden Verkehr entlasten. In jedem Fall würde der so entstehende Platz den westlichen und östlichen Teil der Südstadt miteinander verbinden. Unbedingte Voraussetzung wäre, an dieser Stelle eine leicht nutzbare Querung der Römerstraße zu schaffen.
  7. Der Heidelbergkreis Klimaschutz sowie Klimaschutz-Bürgerforen beschäftigen sich derzeit intensiv mit einem Masterplan, der die CO2-Emissionen der Stadt deutlich senken soll. Dazu gehören unbedingt auch die Verminderung des Autoverkehrs und eine Stadtplanung, die sich dieser Aufgabe ernsthaft annimmt. Es ist aus unserer Sicht befremdlich, dass die Entwicklung der Römerstraße aus der Südstadt-Diskussion herausgenommen und keiner der Bürgervorschläge, die die Problematik der Römerstraße als Verkehrsachse und als Trennelement sinnvoll aufgriffen, zugelassen wurde. Dazu gehört dann letztendlich auch das Verschweigen des Konsenses zum Z-förmigen Stadtteilzentrum. Wir regen ernstlich an, diesen Vorschlag nicht ad acta zu legen, sondern die Fachplanung gezielt mit seiner Weiterentwicklung zu beauftragen.

Ich möchte Sie bitten, bei Ihren Entscheidungen unsere Erfahrungen aus den Bürgerforen einzubeziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Kaiser   
Vorsitzender des BUND Heidelberg