BUND Heidelberg

Umweltberatung im Wandel der Zeit

Entstehungsgeschichte der Umweltberatung

Startschuss für das BUND-Projekt „Umweltberatung professionell“ war der 1. August 1991 mit der Einrichtung einer ersten Halbtagsstelle. Mit dem Arbeitstitel wollten wir ausdrücken, dass Umweltberatung nicht mehr irgendwie nebenbei geleistet werden kann, sondern dass sie professionelle Kompetenz braucht.

Die Fragen der Bürgerinnen und Bürger waren immer anspruchsvoller geworden, eine sorgfältige Beantwortung immer zeitaufwändiger. Gefragt war Wissen ohne langes Recherchieren, Wissen in allen Lebensbereichen, die die Natur, die Umwelt und die Gesundheit betreffen und die Fähigkeit, diesbezügliche Risiken abschätzen zu können. Ein neues Berufsfeld entstand, im ganzen Land wurden Umweltberater/innen eingestellt. Wir wollten Pionierarbeit leisten und auch Maßstäbe setzen.

So galt es, beispielsweise auszuprobieren, mit welchen Mitteln und Methoden auch diejenigen Bürgerinnen und Bürger, die nicht von sich aus um Rat fragen, zum umweltfreundlichen Handeln zu motivieren sind. Während sich dabei Umwelttipps in der Presse als sehr nachfragefördernd erwiesen, hatten wir dagegen trotz aller Anstrengungen weniger Erfolg mit der „mobilen“ Umweltberatung in den Bürgerämtern der einzelnen Stadtteile. Wir glauben deshalb:

Eine gut funktionierende Bürgerberatung muss täglich, zuverlässig und gut erreichbar sein an einem Ort, an dem Unabhängigkeit, umfassendes Wissen und Kompetenz erwartet wird.

Anfang 1994 begannen unsere Kooperationsprojekte mit dem Handwerk und der Stadtverwaltung. Sie waren nicht geplant, „Friseur & Umwelt“ entstand mehr oder weniger zufällig, weil die Umweltberaterin Kundin eines umweltbewussten Friseurs war und ist. Zum Erstaunen vieler entwickelte sich diese Zusammenarbeit sehr erfolgreich. Unsere verschiedenen Kooperationsprojekte sind heute der spannendste Teil der Umweltberatungsarbeit und wären auch jederzeit ausbaufähig - wenn wir denn Zeit dazu hätten.

Im Vergleich zu den Anfängen der Umweltberatung sind heute viele Umweltschutzmaßnahmen selbstverständlich geworden, und das Bewusstsein und die Wahrnehmungen der Bürgerinnen und Bürger haben sich verändert. Eine Zeit lang schien Umweltschutz „out“ zu sein, obwohl doch die meisten alten Probleme nicht gelöst, sondern nur verschoben wurden, in die Entwicklungsländer, in die Zukunft. Und neue Probleme zeichnen sich längst am Horizont ab.

Wie man unter diesen Umständen trotzdem Umweltschutzthemen an den Mann bzw. an die Frau bringt, haben wir bei Infoständen beim „Heidelberger Herbst“ und der TREND-Messe gemerkt: Wenn es etwas zu gewinnen gibt, dann machen sich Groß wie Klein daran, selbst komplizierteste Quizfragen zu beantworten. Mehr Spiel, Spaß und „action“, sprich: Infotainment, heißt deshalb seit geraumer Zeit unser Rezept zur Umweltbildungsarbeit.

In diesem Fall erweist es sich als ganz besonders günstig, dass die Heidelberger Umweltberatung beim BUND angesiedelt ist. Oft sind solche Aktionen nämlich sehr aufwändig, so dass die Umweltberatung nur mitmachen kann und vor allem für das Inhaltliche zuständig ist, während die Kreisgruppe die Projektleitung und Mittelbeschaffung übernimmt und für Ausführung und ehrenamtliche Mitarbeit sorgt.

Fazit: Unsere Umweltberatung beruht heute auf drei Säulen: Bürgerberatung, Kooperation und Aktion. Wir glauben, damit eine gute Basis für eine wirksame und beständige Umweltberatung gefunden zu haben. Da sich die Zeiten stets wandeln, ist es wichtig, immer offen für neue Wege zu sein und flexibel zu reagieren, ohne allerdings das Bewährte zu vernachlässigen.

10 Jahre Umweltberatung

Broschüre

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der "professionellen BUND-Umweltberatung" im Jahre 2001 haben wir unsere wichtigsten Aktivitäten und Erfahrungen in einer Broschüre dokumentiert und analysiert.

Die ehemalige Oberbürgermeisterin Beate Weber zum 10-jährigen Bestehen der Umweltberatung

"Die Umweltberatung des BUND Heidelberg kann auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Darüber freut sich die Kreisgruppe Heidelberg des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, die am Jahresende ihr 25-jähriges Bestehen feiern kann, und mit ihr die Stadt und alle umweltinteressierten Heidelbergerinnen und Heidelberger.

Umweltberatung ist ein wichtiger Bereich der Bürgerberatung. Ich bin dem Gemeinderat dankbar, dass er Anfang 1991 beschloss, diese Aufgabe bei umfassender finanzieller Unterstützung durch die Stadt einer unabhängigen Stelle zu übertragen, die schon vorher ihre Kompetenz und ihren Sachverstand immer wieder unter Beweis gestellt hatte.

Unter der Bezeichnung Umweltberatung professionell nahm die Umweltberatung im August 1991 ihre Tätigkeit auf. Die offizielle Einweihung der Beratungsstelle war nach erfolgreichem Anlauf im Oktober 1991. Seitdem ergänzt die Umweltberatung des BUND die Arbeit unseres städtischen Umweltamtes, das als untere Naturschutzbehörde zwangsläufig stärker administrativ tätig ist, in hervorragender Weise.

Als Heidelberger Modell hat der Bundesverband für Umweltberatung (bfub) dieser Form der Kooperation von Kommune und unabhängiger Umweltorganisation eine bundesweite Vorreiterrolle zuerkannt. Was diese Zusammenarbeit in Heidelberg bereits erreicht hat, kann man nicht aufzählen, ohne den Rahmen eines Grußwortes zu sprengen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nur auf das gute Zusammenwirken am Energietisch und bei der Umsetzung der lokalen Agenda 21 hinweisen und auf so erfolgreiche Projekte, wie Friseur & Umwelt, Maler & Umwelt, Bäcker/Konditoren & Umwelt.

'Umweltberatung ist in!', hat die BUND-Umweltberatung über ihren jüngsten Projektbericht geschrieben. Eine Aussage, die ich gerne bestätige. Ich wünsche der BUND-Umweltberatung eine weiterhin erfolgreiche Arbeit für die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Die Unterstützung der Stadt Heidelberg ist ihr dabei sicher".

Beate Weber
Oberbürgermeisterin

15 Jahre Umweltberatung

Ein Prost auf 15 Jahre erfolgreiche Bürgerberatung in Heidelberg!

Ob Schnecken im Garten, Marder unter dem Dach oder Schimmel in der Wohnung, die von der Stadt Heidelberg geförderte BUND-Umweltberatung ist zuständig für alle alltagsbezogenen Fragen rund um Umwelt-, Naturschutz und Gesundheit. Seit nun 15 Jahren bekommt man bei uns im Umweltzentrum oder telefonisch (06221/25817) kostenlos professionelle Auskunft und Hilfestellung bei der Lösung von Problemen. Um neue Zielgruppen wie beispielsweise Friseure, Maler oder Bäcker zu erreichen, ist im Laufe der Jahre die Projektarbeit immer mehr in den Vordergrund gerückt. Die Stadt Heidelberg unterstützt die Umweltberatung durch einen jährlichen Zuschuss.

Anlässlich des Jubiläums waren am 11. Oktober 2006 die damals noch amtierende Oberbürgermeisterin Beate Weber, Dr. Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND-Bundesverbandes sowie Dr. Brigitte Dahlbender, BUND-Landesvorsitzende, ins Umweltzentrum gekommen, um diese ungewöhnliche Kooperation zwischen einer Stadtverwaltung und einem Umweltverband zu würdigen.

Dr. Brigitte Dahlbender lobte das Heidelberger Modell als gelungen. „Die inhaltliche Eigenständigkeit des BUND blieb bewahrt, trotz der finanziellen Unterstützung dieses Bürgerservices seitens der Stadt.“ „Mich beeindruckt immer wieder die breite Themenpalette und die Qualität der Beratung“, betonte Dr. Angelika Zahrnt, die schon so manches Mal froh war, einen Beratungsfall an die Heidelberger abgeben zu können.

Beate Weber hob die Öffentlichkeitsarbeit, die unzähligen praxiserprobten Öko-Tipps der Umweltberater hervor. „Das könnte eine Stadtverwaltung so nicht machen“, beschrieb sie die Vorteile einer Kooperation. Und: „Durch die Handwerkskooperationen wurden Türen geöffnet, die immer offen bleiben werden“.

„Uns macht die Arbeit großen Spaß“, beteuerten einmal mehr die beiden Umweltberater Ilge Wilhelm und Stephan Pucher, denn für sie ist „Öko“ Lebensqualität. Zum Beweis servierten sie der Geburtstagsgesellschaft ein selbst zubereitetes Menü mit Köstlichkeiten aus ökologischer Produktion.

20 Jahre Umweltberatung

20 Jahre jung: Pionierarbeit und immer neue Ideen

Unser Umweltberater, unsere Umweltberaterin

Am 01. August 1991, mit der Einrichtung einer ersten hauptamtlichen Halbtagsstelle, ermöglicht durch einen Zuschuss der Stadt Heidelberg, konnten wir endlich mit der professionellen Umweltberatung beginnen und die damals überaus starke Nachfrage bedienen. Denn „Googeln“ von Informationen war seinerzeit noch lange nicht möglich. Durch die Herausgabe vieler Umwelttipps, die die Presse damals gerne veröffentlichte, konnten wir das Interesse der Heidelberger Bürgerinnen und Bürger an Umwelt- und Naturschutzthemen weiter steigern. Heute, nach mehr als zwanzig Jahren, erreichen uns immer noch täglich Fragen zu Umwelt und Natur im Alltag, aber der Schwerpunkt unserer Arbeit ist inzwischen ein anderer geworden.

„Immer neue Personenkreise für den Umweltschutz gewinnen“, das war schon 1995 unser Motto, als wir eine Kooperation mit dem Friseurhandwerk und der Stadt eingingen. Dieses Pilotprojekt war bis dato einmalig und so erfolgreich, dass das Maler- und später auch das Bäcker- und Konditorenhandwerk folgten. Danach konnten wir mit einem Jugendkunstprojekt und mit Workshops zum Thema Klimaschutz in der Stadt  Jugendliche für den Klimaschutz gewinnen und mit einem Stromsparwettbewerb in Studentenwohnheimen brachten wir Studenten auf Sparkurs. Das Projekt findet nun Nachahmer und wird auch von uns in Heidelberg fortgeführt.

Schließlich fanden wir, dass wir in Zeiten von Migration und Globalisierung auch auf unsere Einwanderer zugehen sollten. Dies gelang uns mit dem Projekt Die Welt in Heidelberg und aktuell nun mit der interkulturellen Erarbeitung einer russisch-deutschen Broschüre Geld sparen & Umwelt schützen. Nach all den erfolgreichen Aktivitäten sind wir uns sicher: Die Ideen für weitere Projekte werden uns auch in den kommenden 20 Jahren nicht ausgehen!

Chris Lauwigi wird neuer Umweltberater

Am 1.4.2015 übernimmt Chris Lauwigi die Stelle von Ilge Wilhelm. Er rückt das Thema Suffizienz stärker in den Mittelpunkt der Umweltberatung. Neue Projekte, wie die Ausstellung "Durstige Güter" entstehen oder das Projekt Recup zusammeen mit dem Abfallwirtschaftsamt der Stadt Heidelberg.

Amany von Oehsen wird neue Umweltberaterin

Am 1. Oktober 2018 übernimmt Amany von Oehsen die Umweltberatung von Chris Lauwigi, der uns aus privaten Gründen leider verlassen hat. Mit ihr wird das Thema "Klimaschutz" in der Umweltberatung immer bedeutsamer. Das betrifft sowohl die Bürgerberatung und die vielfältigen Antworten auf die Frage: "Wie kann jeder Einzelne sich für den Klimaschutz engagieren?" , als auch neue Projekte, wie den 2. Energiesparwettbewerb unter Studentenwohnheimen.

Kontakt

BUND Heidelberg

Umweltberatung (Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr 13:00 - 16:00 Uhr, Di, Do 13:00 - 18:00 Uhr)
Willy-Brandt-Platz 5 69115 Heidelberg E-Mail schreiben Tel.: 06221 25817 Fax: 06221 650038

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