Schöne Bescherung!?

In der Weihnachtszeit hat Spielzeug Hochkonjunktur. Riesige Supermärkte verführen zum hemmungslosen Kauf. Was dort allerdings den Kindern mitunter an wertlosem Schrott zugemutet wird, ist manchmal nicht zu fassen. Die gigantische Verpackung hat da oft den höheren Spielwert. Woran aber erkennen ratlose Eltern, Onkel und Omas vernünftiges Spielzeug?

Manchmal nützte schon der Einsatz des gesunden Menschenverstandes. Darüberhinaus sollte man auf Umweltschädliches und Giftiges verzichten. Umweltschädlich ist beispielsweise Spielzeug, das gleich kaputt geht, solches aus dem Kunststoff PVC oder mit Batterien, vor allem mit fest eingebauten Knopfzellen. Giftig sind Sachen, die stark chemisch-aromatisch riechen und Bastelmaterialien wie Gießharz, Schmelzgranulat, Emaille, Knetmassen, die im Backofen aushärten, Lackstifte, Kontakt - und Reaktionskleber sowie Alleskleber auf Lösungsmittelbasis.

Übrigens: Wenn es nicht gerade Weihnachten ist, kann man Kinder oft viel glücklicher machen mit Sachen wie Schachteln, alten Kleidern, ausrangierten Backformen, Telefonen und vieles mehr. Sie bieten kostenlos ungeahnte Spielmöglichkeiten.

Urlaub: die schönste Zeit im Leben?

Endlich Urlaub, nichts wie weg von hier!, scheint die Devise von Millionen von Menschen zu sein, die auch dieses Jahr wieder verreisen werden. Mag sein, dass man sich nach Sonne sehnt, die Abwechslung sucht, abschalten und Sport treiben möchte. Längst aber ist der grenzenlos wachsende Tourismus zu einem Umweltzerstörer ersten Ranges geworden. Allein der von ihm erzeugte Verkehr durch das Reisen mit dem Auto und immer häufiger mit dem Flugzeug, trägt in hohem Maße zur Luftverschmutzung und Landschaftszerstörung bei.

Am Urlaubsort selbst geht oft gerade das verloren, was die meisten Erhohlungssuchenden eigentlich erleben wollen: die Natur. Die Alpen sind hierfür ein deutliches Beispiel: Wintersportorte verstädtern und ganze Berghänge rutschen durch die Zerstörung der sehr empfindlichen Pflanzendecke ab. Ein Mundartgedicht von Harald Grill, Passau 1982, beschreibt sehr treffend den allgemeinen Zustand


         dene urlauber
         is unser landschaft wurscht:
         wenn sees aafgarbet ham
         fahrns woanders hi
         uns einheimische
         is unser landschaft aa wurscht:
         wenn ma s aafgarbet ham
         fahrn ma in urlaub.


Ist der Urlaub, nüchtern betrachtet, wirklich noch die schönste Zeit im Leben? Ist nicht oft die Enttäuschung groß? Wie könnte man ihn anders, besser gestalten?

Angebote für einen umweltfreundlichen Urlaub gibt es heutzutage viele, man muss nur die Augen aufmachen.

Umweltfreundliches Tropenholz?

Es gibt bisher kein Umweltsiegel, das vertrauenswürdig aussagt, dass Holz aus den Tropen  aus umweltfreundlichem Anbau stammt, auch nicht das FSC-Siegel. Dieses ist allenfalls für den mitteleuropäischen Bereich akzeptabel. Das liegt schlicht daran, dass in den tropischen Ländern eine unabhängige Kontrolle nicht möglich und auch nicht vorgesehen ist. So werden beispielsweise die Zertifizierer von denjenigen bezahlt, die das Zertifikat beantragen.

Immer mehr wird aber versucht durch selbst erfundene Auszeichnungen dem Verbraucher vorzumachen, ein bestimmtes Holzprodukt sei besonders umweltfreundlich. Bei Tropenhölzern ist es in absehbarer Zeit auch nicht möglich, ein solches empfehlenswertes Produkt auf den Markt zu bringen. Eine ökologisch vertretbare Waldwirtschaft braucht Jahrzehnte bis man Holz ernten kann. Und die bereits existierenden Plantagen sind Monokulturen und benötigen einen großen Einsatz an Spritzmitteln, damit sie von Schädlingen verschont bleiben.

Tropenholzprodukte aus Plantagen sind also auch nicht empfehlenswert. Auch gibt es gar nicht so viele Plantagen, wie Plantagenholz auf dem Markt ist. Viele Plantagenholzprodukte stammen vermutlich aus Raubbau am Regenwald und sind falsch ausgezeichnet. Eine effektive Kontrolle gibt es nicht. Besonders verdächtig ist es, wenn weder die Holzart, noch das Herkunftsland angegeben ist.

Auch aus einem anderen Grund kann Tropenholz bei uns kein umweltfreundliches Produkt sein: Die Entfernungen, die es zurücklegt, um bei uns in die Geschäfte zu kommen, sind sehr groß. Zu dem Raubbau an der Natur kommt also noch der Energieverbrauch beim Transport.

Wirklich umweltfreundliches Holz ist regional produziert und stammt aus ökologischem Waldbau. Das FSC-Siegel ist, wie gesagt, in diesem Fall einigermaßen vertrauenswürdig.

So ist beispielsweise der Heidelberger Stadtwald FSC-zertifiziert, und ob die Vorgaben eingehalten werden, kann bei uns jeder relativ leicht nachprüfen.

Rezepte gegen den Kaufrausch

Alle Jahre wieder sorgen Krawatten, Duschgels und bestickte Sofakissen für peinliche Momente unterm Weihnachtsbaum. Kaum einer kommt am Schenken vorbei. Doch vielen Zeitgenossen ist der Einkauf zur Qual geworden. Nicht nur der vorweihnachtliche Rummel zehrt an den Nerven. Es ist vor allem die Frage, womit man die Lieben denn beglücken soll, die doch ohnehin schon alles haben.

Und: Die durchschnittlich 10.000 Dinge, die wir zuhause haben, große wie kleine, wollen alle ausgewählt, eingekauft, aufgeräumt, gebraucht, gepflegt, repariert oder umgetauscht und schließlich entsorgt sein. Das alles nagt an einem anderen kostbaren Besitz - an der Zeit nämlich. Dass Herstellung, Transport und Entsorgung von immer mehr Waren auch Rohstoffe und Energie kosten und die Umwelt mehr und mehr belasten, sei nur am Rande erwähnt.

Es geht auch anders: Zeit und Zuwendung schenken, nicht nur Dinge! Ein Rucksack, Wanderschuhe oder ein Fernglas zusammen mit einem Gutschein über 30 Stunden Wandern und Naturbeobachtung ist sicherlich ein tolles Geschenk für den 10-jährigen Enkel oder die Nichte. Unter dem Motto: Gut leben statt viel haben, werden bereits viele Rezepte gegen den Kaufrausch erprobt.

Literaturtipp
BUND-Faltblatt: Rezepte gegen den Kaufrausch.
Bezug: Nur gegen Voreinsendung von 1,50 € in Briefmarken an BUND-Umweltberatung, Willy-Brandt-Platz 5, 69115 Heidelberg

Ostereier in Natur

Man hat sich ja schon so an das Quietschbunte, Neonfarbene und Wildbemalte gewöhnt, dass Naturfarbenes schon wieder eine echte Attraktion ist.

Zum Beispiel Ostereier. Ostereier, mit Pflanzenfarben gefärbt oder bemalt, wirken immer harmonisch und ruhig, egal, wie man die Farben miteinander kombiniert. (Pflanzenfarben erhält man in manchen Apotheken beziehungsweise in Naturkostläden.)

Logischerweise kommen solche Kunstwerke aber nur in einem Nest aus natürlichen Materialien richtig zur Geltung. Stroh oder Heu aus dem Zoohandel erinnern an einen Bauernhof, ein Kranz, aus dünnen Zweigen gebunden, dient mehrere Jahre, und das ungeliebte Moos zwischen dem Rasen, kann mit bestem Gewissen zu dicken, weichen Nestern verarbeitet werden.

Was die ganze Ostereierharmonie allerdings erheblich stört - wenn auch unsichtbar - sind Eier aus tierquälerischer und umweltschädlicher Massenhaltung. Womöglich mit Medikamentenresten drin, weil damit die Hühner gefüttert werden, und mit dünner Schale, die schlecht fürs Färben und Bemalen ist.

Deshalb empfiehlt die BUND-Umweltberatung gerade auch zu Ostern:
"Kaufen und Bemalen Sie lieber ein paar Eier weniger, aber dafür solche aus tierfreundlicher und ökologischer Produktion - für einen glücklichen Osterhasen!"

Vorsicht Blumen!

"Lasst Blumen sprechen," werben Gärtner und Floristen. Vielleicht ist es ja besser, dass sie nicht sprechen können. Sie hätten heute anderes zu erzählen als über Liebe und Leidenschaft. Sie müssten vom Pestizidnebel berichten und von verseuchten Böden. Sie würden klagen über Hungerlöhne und das Schicksal von Frauen in Kolumbien, die beim Blumenschneiden blaue Finger bekommen, Krämpfe und Hustenanfälle.

Seit vielen Jahren kämpft die "Blumen-Kampagne" für Verbesserungen in Ländern der Dritten Welt, wo die meisten unserer Schnittblumen herkommen. Inzwischen sind Blumen auf dem Markt mit dem Siegel "Menschen- und umweltschonend produziert". Es liegt nun in der Hand von Verbrauchern, Kirchen, Verwaltungen, Blumengeschäften und Supermärkten, durch deren Kauf dafür zu sorgen, dass die Freude an Blumen nicht mehr zum Leid von Menschen und der Umwelt ist.

Eine Alternative sind Blumen aus heimischer Produktion. Ab Frühjahr werden auch auf den Wochenmärkten Blumen aus regionaler Produktion angeboten, manchmal sogar richtige Bauerngartenblumen. Im Spätsommer dann die prachtvollen Sonnenblumen!
Damit diese in der Vase nicht gleich schlapp machen, verrät die Umweltberatung ihr Rezept dagegen:

Sonnenblumen frisch anschneiden, die Vase ca. 1 cm hoch mit kochend heißem Wasser füllen, Sonnenblumen für 1-5 Minuten (je nach Größe) hineinstellen und dann mit kaltem Wasser auffüllen.
 



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Mo, Mi, Fr: 13 -16 Uhr

Di und Do: 13 -18 Uhr

Telefon: 06221/25817

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