Was heißt umweltfreundliche Ernährung?

Was gesunde Ernährung ist, weiß fast jeder - jedenfalls rein theoretisch. Das ist zum Beispiel: Viel Gemüse, wenig Fleisch; Milch statt Cola; viel frisches Obst, wenig Süßigkeiten; Vollwertkost statt Fertiggerichte. Was heißt aber umweltfreundliche Ernährung? Wenn man beispielsweise frische Erdbeeren unbedingt im Winter essen will, ist das nicht umweltfreundlich. Sie werden von weit her transportiert - womöglich mit dem Flugzeug. Das bedeutet Energieverschwendung und überflüssige Verkehrserzeugung. Wenn man auf Fleisch aus der Massentierhaltung verzichtet, dann ist das umweltfreundlich. Die Massentierhaltung ist unter anderem ökologisch gesehen eine Katastrophe: Die hierfür notwendigen Futtermittel beispielsweise aus Brasilien schaffen dort große soziale und ökologische Probleme. Bei uns verseuchen wir unser kostbares Grundwasser mit der Masse an Gülle, die auf die Felder aufgebracht wird.

Wenn man sich von Fertiggerichten aus dem Supermarkt ernährt, die man schnell mal in die Mikrowelle schiebt, dann ist das nicht umweltfreundlich. Jede industrielle Verarbeitung und jede Veredlung von Nahrungsmitteln erfordert Energie, schafft Abfälle und Abwässer. Außerdem bedarf sie vieler zweifelhafter Zusatz-, Hilfs- und Konservierungsstoffe, die beim Selbstkochen überflüssig sind. Wenn man Produkte aus dem ökologischen Anbau bezieht, dann ist das umweltfreundlich. Die ökologische Wirtschaftsweise ist die einzige, die konsequent die Umwelt schont. Sie geht pfleglich mit unserem kostbaren Boden um und verzichtet auf Gifte.

So besehen ist es also am umweltfreundlichsten, sich von Erzeugnissen vom Biobauern aus der Nähe zu ernähren. Und: Am gesündesten ist es auch.

Bestrahlte Lebensmittel - nein danke!

In über 40 Ländern der Welt werden Lebensmittel zur Konservierung und Entkeimung mit radioaktiven Strahlen behandelt, obwohl der Nutzen zweifelhaft und die Bedenken dagegen ernst sind. In der Bundesrepublik ist diese Behandlung zwar verboten, über Importware kann aber auch bei uns unerkannt Bestrahltes im Supermarkt landen.

Die Bedenken: Wichtige Inhaltsstoffe wie Vitamine werden zersetzt, die Ware sieht aber trotzdem noch wie frisch aus. Unhygienische Zustände bei der Produktion, beispielsweise von Hähnchen, können verschleiert werden. Neue, eventuell gesundheitsschädliche Substanzen können gebildet werden. Untersuchungen hierzu gibt es keine, der ahnunglose Verbraucher ist Versuchskaninchen. Von den Bestrahlungsanlagen gehen Gefahren durch die Handhabung, den Transport und die ungelöste Abfallentsorgung radioaktiver Materialien aus. Das Lebensmittel selbst wird durch die Bestrahlung übrigens nicht radioaktiv.

Wer sicher sein will vor bestrahlten Lebensmitteln, greift am besten zu Ware aus deutscher Produktion und solcher aus dem biologischen Anbau. Wenn möglich auch noch aus der Region, denn umweltfreundlich ist es eh nicht, Obst und Gemüse, das auch bei uns gedeiht, aus der Ferne zu beziehen. Wegen der unnötigen Verkehrserzeugung.

Gentechnik in Lebensmitteln

Anfang Dezember 1996 wurde von der Europäischen Union eine Verordnung verabschiedet, die rechtlich klärt, wie gentechnisch veränderte Lebensmittel in unsere Geschäfte kommen und unter welchen Umständen sie gekennzeichnet werden müssen. Die „Verordnung über neuartige Lebensmittel und neuartige Lebensmittelzutaten“ oder Novel Food-Verordnung läßt für den Verbraucher jedoch noch viele Fragen offen. Hier die wichtigsten Punkte die aufzeigen, was geklärt ist und was nicht:


Welche Lebensmittel müssen gekennzeichnet werden?


Gekennzeichnet werden müssen Lebensmittel,

  • die lebende, gentechnisch veränderte Organismen enthalten,
  • die Stoffe enthalten, die in konventionell hergestellten Lebensmitteln nicht vorkommen, aber die Gesundheit von z.B. Allergikern beeinflussen kann,
  • bei denen ethische Probleme auftauchen (Beispiel: Tierische Gene in Pflanzen sind problematisch für Vegetarier),
  • die wissenschaftlich nachweisbare Veränderungen in einer Ernährungseigenschaft, wie der Zusammensetzung oder dem Nährwert, aufweisen. 

Auf die meisten Lebensmittel, die mit gentechnischen Methoden hergestellt wurden, treffen diese Kriterien allerdings nicht zu, sie werden nicht gekennzeichnet. Ganz von der Kennzeichnung ausgenommen sind Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen.

Wie wird gekennzeichnet?
Bei der Kennzeichnung wird nach den Vorschlägen der Lebensmittelhersteller verfahren. Eine Kennzeichnung kann also sehr unterschiedlich aussehen. Ein Hersteller könnte seiner Kennzeichnungspflicht durchaus auch mit folgendem Satz nachkommen: „Mit moderner Biotechnologie ernährungsphysiologisch optimiert.“

Was bedeutet „gentechnikfrei“?
Die Novel Food-Verordnung eröffnet Herstellern auch die Möglichkeit mitzuteilen, dass ihr Erzeugnis kein neuartiges Lebensmittel im Sinne der Verordnung ist. Lebensmittelzusatzstoffe und Aromen könnten, da sie bei der Verordnung ausgenommen wurden, trotzdem gentechnisch hergestellt sein.

Gesundheitliche Risiken
Gentechnisch veränderte Lebensmittel sind nicht unproblematisch. Einige tragen z.B. vollständige und von Bakterien erkennbare Gene für Antibiotikaresistenzen in sich. Heute übliche lebensrettende Medikamente könnten in Zukunft durch sie ihre Wirkung verlieren. Auch Allergien sind ein vieldiskutiertes Thema. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit einer Allergie auf die neuen Genprodukte in gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln gering, die Bedeutung einer solchen Allergie für die betroffenen Personen wäre aufgrund der großen Verbreitung dieser Genprodukte in vielen Arten jedoch verheerend. Eine Haftung der Hersteller ist in dieser Verordnung nicht vorgesehen.

Wie vermeide ich gentechnisch veränderte Lebensmittel?
Die Verbände des ökologischen Landbaus haben gentechnisch veränderte Sorten für ihre Mitgliedsbetriebe ausgeschlossen. Hier kann man also auch in Zukunft sicher sein, solche Produkte nicht zu bekommen.

Beim Kauf frischer, regionaler Produkte geht man sicher, solange der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland nicht zugelassen ist.

Vermeiden sollte man jede Art von vorverarbeiteten Lebensmitteln, wie z.B. Fertiggerichte, da die Zusatzstoffe und Aromen ja ganz aus der Kennzeichnungspflicht herausfallen.

Schnelle Küche für umweltbewußte Genießer

Das Kantinenessen schmeckt schon lange nicht mehr. Die Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe sind erst recht nicht zum Genießen. Und dieser Verpackungsabfall jedesmal! Gerne würde man selbst etwas kochen, das besser schmeckt, gesünder und auch unter Umweltgesichtspunkten vernünftiger ist. Wie schafft man das, wenn man wenig Zeit hat?

So ganz einfach ist die Sache tatsächlich nicht. Die BUND-Umweltberatung hat deshalb Strategien und Tipps zum Umstieg für den kleinen Haushalt zusammengestellt. Schon beim Einkaufen kann man beispielsweise Zeit sparen. Wenn man weniger Fleisch isst, genügt es, zweimal in der Woche Frischware einzukaufen. Viele Gemüsesorten wie Karotten, Lauch, auch Blattsalat, Radieschen und Petersilie bleiben tagelang knackig frisch, wenn sie sauber geputzt, gewaschen und sehr gut abgetropft in einer Schüssel mit Deckel im Kühlschrank aufbewahrt werden. Den Boden der Schüssel legt man mit Haushaltspapier aus, damit das Gemüse nicht in einer Wasserpfütze zu liegen kommen. Auch das Einschlagen in ein feuchtes Tuch ist eine bewährte Methode.

Wenn man zum Kochen anspruchsvolle Zutaten wählt, genügen einfache, schnelle Zubereitungen, um geschmackvolle Gerichte zu zaubern. Gute Kartoffeln oder Karotten aus dem ökologischen Anbau, mit Butter oder Olivenöl zubereitet, schmecken für sich, brauchen keine raffinierten Rezepte. Damit das Kochen für eine Person wirtschaftlicher wird, gibt es einen Trick: Man kocht von einem Teil des Gerichtes mehr als man auf einmal isst und kombiniert es am nächsten Tag mit etwas anderem.

Literaturtipp
BUND-Heidelberg, Faltblatt: Schnelle Küche für umweltbewußte Genießer

Der Sonntagsbraten für Genießer

Feinschmecker haben die Biobauern schon lange entdeckt. Sie wissen, dass ihre ganze Kochkunst wenig wert ist, wenn die geschmackliche Qualität der Zutaten nicht stimmt. Dabei geht es noch nicht einmal um raffinierte oder teure Gerichte. Aber was für Geschmackswelten liegen beispielsweise zwischen muffig-öligen Pommes aus dem Backofen mit Ketchup aus angefaulten Tomaten und einer nussig schmeckenden Kartoffel mit Butter und frischem hiesigen Ziegenquark! Was bietet schon ein schlapper, mit Nitrat vollgepumpter Treibhaus-Kopfsalat im süßen Fertigdressing mit Kunstaroma gegen einen knackigen Salat aus frisch geraspelten Karotten mit fruchtigem Olivenöl und Walnüssen?

Beim Fleisch vergeht dem Genießer allein schon beim Gedanken an die wässrigen Schweinerückensteaks der Appetit, und er beschließt, nur noch Fleisch aus ökologischer Produktion zu essen und Halbvegetarier zu werden. Aus gesundheitlicher und ökologischer Sicht ist dies eh das Vernünftigste. Auch aus ökonomischer, denn Bio-Fleisch ist erheblich teurer. Aber was für ein Lohn, wenn der Sonntagsbraten auf dem Tisch dampft!

Das Essen lustvoll genießen, weil die Zutaten natürlich, geschmackvoll und weniger schadstoffbelastet sind und weil man ganz nebenbei eine umweltverträgliche Landwirtschaft fördert - wenn das kein tolles Rezept ist! 

Im Rahmen des "Globalen Klassenzimmers" können Schulklassen kostenlos den BUND-Workshop "Klimaschutz geht durch den Magen" buchen, in dem die Schüler sich mit dem Thema nachhaltiger Fleischkonsum auseinandersetzen. Wenn Sie mehr über den Zusammenhang von Genuß und Nachhaltigkeit erfahren wollen, finden Sie vielleicht hier hilfreiche Anregungen.

Bio-Lebensmittel finden

Heute Bio-Lebensmittel zu finden und zu kaufen ist nicht mehr schwer. Nicht nur der Bioladen oder -supermarkt bieten Biolebensmittel an, sondern auch viele konventionelle Supermärkte haben Bioprodukte in ihr Sortiment aufgenommen. Damit auch "Bio" drin ist, wo "Bio" draufsteht, gibt es die EG-Öko-Verordnung. Hersteller von Bio-Lebensmitteln dürfen nur dann ihre Lebensmittel als "Bio" bezeichnen, wenn sie einen Mindeststandard erfüllen. Lebensmittel, die diesen Mindeststandard erfüllen, tragen ein Bio-Siegel. Darüber hinaus gibt es aber eine Vielzahl von weiteren Siegeln verschiedener Verbände, die oft über diesen Mindeststandard der EG-Öko-Verordnung hinausgehen. Eine Übersicht über die gängigen Siegel und ihre Bedeutung finden Sie unter:
http://www.label-online.de/
Regionale Bioprodukte sind übrigens noch besser, da diese keine weiten Wege transportiert werden müssen. Diese bekommen Sie auf den Heidelberger Wochenmärkten auch direkt vom Erzeuger.

Also: Einfach Augen auf beim nächsten Einkauf!



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