Wohin mit dem Frittierfett?

"Bloß nicht in den Ausguss!", so die eindeutige Antwort der BUND Umweltberatung. Dafür gibt es verschiedenen Gründe: Kokosfett härtet beim Erkalten aus. Wird es ins Spülbecken gekippt, bleibt es meist schon in den Rohren unter der Spüle hängen und verstopft sie. Frittieröle, die flüssig bleiben, gelangen dagegen ungehindert in die Kanalisation. Dort bilden sie nicht nur eine schmierige Schicht an den Wänden der Rohre. Durch den Geruch werden auch Ratten angelockt.

In der Kanalisation bauen Bakterien die Essensreste teilweise ab. Dabei entsteht giftiges Schwefelgas, das in die Wände der Betonrohre eindringt und dort zu aggressiver Schwefelsäure reagiert. Es können kleine Löcher entstehen, die Rohre werden undicht, und die Abwässer können bis ins Grundwasser vordringen. In der Kläranlage schließlich erhöhen Fette den Sauerstoffbedarf der abbauenden Mikroorganismen. Der muss unter zusätzlichem Energieaufwand zugeführt werden.

Frittieröle in Haushaltsmenge werden deshalb am besten in alte Behältnisse wie Marmeladegläser oder Shampooflaschen gefüllt und zum Restmüll gegeben. Frittierfette lässt man kalt werden und gibt sie, beispielsweise in Zeitungspapier eingewickelt, ebenfalls zum Restmüll.

Wohin mit alten CDs

CDs und DVDs erfreuen sich großer Beliebtheit. Infolgedessen haben sich die silbernen Scheiben millionenfach in unseren Haushalten angesammelt.

Doch was tut man mit den CDs, die man nicht mehr benötigt? Für den Hausmüll sind sie zu wertvoll. So ist beispielsweise der ökologische Wert von Alt-CDs ungefähr zehnmal höher als der von Altglas.

CDs bestehen zu 99% aus Polycarbonat. Das Polycarbonat wird von einer Schicht aus Aluminium, manchmal auch von Silber oder Gold umgeben, die dafür sorgt, dass die Daten von der CD abgelesen werden können. Außerdem dient ein Klarlack als Schutzschicht.
Diese drei Komponenten lassen sich recht problemlos voneinander trennen.

Jährlich werden mehrere Tausend Tonnen CDs recycelt. Die meisten dieser CDs stammen aus Produktionsabfällen und Überschussproduktionen. Private Haushalte konnten lange über das Sammelsystem Blueboxx ihre CDs dem Recycling zuführen. Leider sind aktuell die Rohstoffpreise so weit gesunken, dass das Sammelsystem nicht mehr wirtschaftlich durchführbar ist. Seitdem gibt es kaum noch Sammelstellen und auch die Sammelstelle beim BUND Heidelberg mussten wir schließen. Die noch verbleibenden Sammelstellen finden Sie hier. Wir hoffen, dass sich das in absehbarer Zeit wieder verbessert.


Alte Handys in den Zoo!

Ungefähr 60 Millionen alte oder defekte Handys liegen derzeit in Deutschland vergessen in Schubladen oder werden in den Hausmüll geworfen. Jedes Jahr kommen geschätzte 35 Millionen weitere hinzu. Geraten Handys über den Hausmüll in die Verbrennung, werden unter anderem Schwermetalle freigesetzt. Darüber hinaus werden hochwertige, noch brauchbare Elektroteile sinnlos vernichtet.

Mobilfunkunternehmen wie T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 haben sich deshalb ein Konzept zur umweltfreundlichen Entsorgung einfallen lassen.

Die zu verwertenden Handys werden an das Recyclingunternehmen Greener Solutions GmbH weitergeleitet. Dort werden die noch funktionstüchtigen Handys aussortiert und zur Verwendung in Entwicklungsländern, vor allem in Afrika und Asien, weitergegeben.
Die defekten Handys werden in ihre Einzelkomponenten zerlegt, die wiederverwertet werden. Dies führt zur Reduktion der Treibhausgase und zur Schonung von Rohstoffen.

Außerdem spenden die Mobilfunkunternehmen pro Alt-Handy 5 Euro an gemeinnützige Organisationen.

T-Mobile spendet diese 5 Euro an die Deutsche Umwelthilfe. Die Deutsche Umwelthilfe teilt diese 5 Euro mit Umweltgruppen wie zum Beispiel dem BUND Heidelberg.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass vor Ort Alt-Handys abgegeben und gesammelt werden.

In Heidelberg kann man alte und defekte Handys im Zoo abgeben. Dort steht am Ausgang des Menschaffenhauses ein Sammelbehälter.
Von der Recycling-Firma erhält der Zoo für jedes Handy einen kleinen Betrag, der in ein Projekt zum Schutz der Menschenaffen fließt.


Wie umweltfreundlich ist der Grüne Punkt?

Dass die Müllberge uns über den Kopf wachsen, ist bekannt. dass sie zu einem beträchtlichen Teil aus Verpackungen bestehen, sieht man, wenn man in den eigenen Mülleimer schaut. Deshalb hat auch das Bundesumweltministerium eine Verordnung zur Vermeidung von Verpackungsabfällen erlassen. Seither bemüht sich der interessierte Bürger zu verstehen, was das ist: Transport-, Um-, Verkaufs- und Verbundverpackung, Rückgaberecht, Duales System, Grüner Punkt usw. Oft vergebens.

Durch eine geschickte Werbung glauben z.B. viele Bürger, die Verpackung mit dem Grünen Punkt sei umweltfreundlich, da sie ja wiederverwertet werden soll. Dem ist aber nur zum kleineren Teil so: Für viele Verpackungen existieren beispielsweise noch gar keine praktikablen Techniken hierzu. Außerdem entstehen z.T. sehr große Umweltbelastungen bei Recyclingprozessen. Und schließlich stellt sich die Frage, wo denn die Vermeidung bleibt, sprich: Überflüssige Verpackungen erst gar nicht herstellen.

Wie soll sich nun der umweltbewußte Bürger verhalten? Im Wesentlichen lautet die Devise: Den Grünen Punkt nicht beachten, Getränke nur in Mehrwegflaschen kaufen und Verpackung vermeiden, wo es möglich ist.

Einkaufen ohne Müll!

Die Feten auf der Heidelberger Neckarwiese oder in der Walpurgisnacht auf der Thingstätte führen uns regelmäßig drastisch vor Augen: Wir müllen unsere Umwelt zu. Eigentlich kein Wunder bei der Menge an Verpackungen, Wegwerfartikeln, Plunder usw. Wir sollten deshalb endlich mit der Müllvermeidung anfangen! Zum Beispiel beim Einkaufen. Hierzu ein paar Tipps:

Grundregel: Alles was man kauft, wird auch unter dem Blickwinkel Müll betrachtet: Hält das Produkt lange? Läßt es sich reparieren? Kann man es wiederverwerten? Zum Einkaufen nimmt man die Einkauftasche mit und eigene Verpackungen: Zum Bäcker den Baumwollbeutel, auf den Wochenmmarkt gebrauchte Tüten. Getränke werden, wenn möglich, in Mehrwegflaschen gekauft. Das alles mag vielleicht etwas umständlich sein, ist aber reine Gewohnheitssache.

Batterien nicht in den Hausmüll!

Jede Batterie ist eine Sammlung von Schadstoffen, die die Gesundheit der Menschen direkt oder indirekt gefährden, wenn sie unkontrolliert in die Umwelt gelangen. Seit dem 1. Oktober 1998 sind deshalb die Verbraucher gesetzlich verpflichtet, alle verbrauchten Batterien und Akkus beim Handel oder bei den Sondermüllsammlungen der Gemeinden abzugeben. Sie müssen kostenlos zurückgenommen werden. Keine Batterie, auch wenn sie schadstoffarm ist, darf mehr in den Hausmüll.

Diese mobilen Stromversorger haben eine äußerst schlechte Umwelt- und Energiebilanz. Sie wird durch die Verwendung von wiederaufladbaren Akkus und vor allem durch wiederauffrischbare Primärbatterien verbessert. Allerdings nur bei richtiger Anwendung und Handhabung - und die birgt so manche Tücken. Wertvolle Hinweise dazu gibt ein Ratgeber des Umweltbundesamtes.

Ansonsten raten wir: Netzbetriebene Geräte sind meist weniger umweltschädlich. Kleingeräte wie Taschenrechner gibt es schon lange mit umweltfreundlichen Solarzellen. Beim Gerätekauf sollte man auf die mühelose Entfernung von Akkus oder Batterien achten. Und auf so unsinnige Produkte wie Schuhe mit blinkenden Sohlen, in die Batterien fest eingebaut sind, sollte man ganz verzichten.

Literaturtipp
Batterien und Akkus
Download: Broschüre des UBA

Umweltfreundliche Weihnachtsverpackung

An Heiligabend, nach dem Auspacken der Geschenke, wird es besonders deutlich: Unsere Müllberge wachsen ins Unendliche! Jede Menge Schachteln, Papier, Schleifen, Plastik, Glitzerzeugs und nicht zuletzt so manches unüberlegte Geschenk. Alles Müll! Der Überraschungseffekt durch das Verpacken muss vielleicht sein, nicht aber der Müllberg. Hierzu ein paar Tipps von der BUND-Umweltberatung:

Machen Sie Freude mit wohl überlegten Geschenken. Kaufen Sie Langlebiges, keine Wegwerf- oder aufwendig verpackten Produkte. Vielleicht ist auch ein Gutschein oder eine Eintrittskarte das originellere Geschenk. Umweltschonende Hüllen sind beispielsweise hübsch bedrucktes Altpapier oder selbst bemaltes oder mit Bänderresten gestaltetes Packpapier. Keine Plastik- oder Glitzerfolien. Benutzen Sie Schachteln, Geschenkpapier und Schleifen mehrfach. Doppelt Freude macht das Verpacken mit Geschirrtüchern.

Kleine Schmuckstücke haben Platz in Nußschalen oder (besonders effektvoll!) in stacheligen Eßkastanienhüllen. Diese werden hierzu im angefeuchteten Zustand gefüllt, mit einer Schnur zugebunden bis sie trocken sind. Öffnen läßt sie die stachelige Hülle erst wieder durch Anfeuchten. Und: Schaffen Sie den Weihnachtsmüllberg erst nach den Festtagen weg. Dies vermeidet unschöne überquellende Container und überzeugt Sie vielleicht: Jetzt ist endgültig Schluss mit dem unnötigen Müll!

Literaturtipp:
Umweltbewusst Geschenke verpacken, Jirina Tröndle, Christophorus-Verlag

Schimmel - Gefahr aus der Biotonne?

Als 1991 das Bundesgesundheitsamt eine Warnung veröffentlichte, im Biomüll seien große Mengen des Pilzes „Aspergillus fumigatus“ zu finden, schlugen die Wellen in den Medien hoch. Immer wieder wurde vor Gesundheitsgefährdung durch die Biomülltonne gewarnt, denn Aspergillus fumigatus gilt als Mitverursacher von Krankheiten, wie z.B. der allergischen Lungenentzündung. Besonders für abwehrgeschwächte Personen bedeutet das eine Gefahr.

Bei Untersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass diese Gefahr für die meisten Menschen vernachlässigbar ist. Sie ist vergleichbar mit harmlosen Tätigkeiten, wie der im Wald spazieren zu gehen, denn die gemessene maximale Keimzahl der Luft bei Mülltonnen im Freien ist viel niedriger als z.B. die im Wald oder auf dem Rasen.

Andere Untersuchungen haben ergeben, dass die Zahl der Pilze bei gemischten Haushaltsabfällen genauso hoch war wie beim Biomüll. Die Pilzbelastung ist also nicht alleine ein Problem des Biomülls, sondern vielmehr des Abfalls allgemein.

In die Luft gelangen die Keime vorwiegend an kleine Teilchen des Mülls geheftet. Bei dem in der Regel feuchten Biomüll muss man die Tonne schon mit Wucht zuschlagen, um die Keimzahl in der Umgebung wesentlich zu erhöhen. Dennoch sollte man, um das Risiko durch Keime zu minimieren, die Biomülltonne schattig und im Freien aufstellen.

Der Biomülleimer in der Wohnung sollte gut verschließbar sein und möglichst alle drei Tage geleert werden. Legt man sich einen Eimer zu, der ohnehin nicht mehr fasst, als den Biomüll, den man in dieser Zeit produziert, wird man automatisch ans Leeren erinnert.

Man sollte zudem darauf achten, dass nicht zu viel Feuchtigkeit in die Tonne kommt. Feuchter Abfall, wie z.B. Salatreste, kann man vorher in einem Sieb abtropfen lassen und Kaffee- und Teefilter mit der Hand ausdrücken. Die Feuchtigkeit kann auch durch Zugabe von Zeitungspapier oder gebrauchtem Küchenkrepp verringert werden.

Gehört man zu der Risikogruppe abwehrgeschwächter Personen mit massiv beeinträchtigtem Immunsystem, sollte man den Umgang mit Biomüll ebenso meiden wie Topfpflanzen in der Wohnung oder Gartenarbeiten. In aller Regel ist dieser Personenkreis durch den behandelnden Arzt auf die Risiken aufmerksam gemacht worden. Alle Anderen brauchen sich nach heutigen Kenntnissen keine Sorgen zu machen.

Wenn der Kamin qualmt und stinkt !

Während Kaminöfen boomen wie noch nie, häufen sich beim BUND Heidelberg die Anfragen, was man gegen qualmende und stinkende Kamine in der Nachbarschaft tun kann.

Nach den Erfahrungen der zuständigen Behörden ist das unerlaubte Verbrennen beispielsweise von beschichtetem Holz, von Spanplatten, Lumpen, Verpackungen oder Zeitungspapier die häufigste Ursache für solche unzumutbaren Belästigungen.

"Da will wohl so manch einer nicht nur teures Heizöl oder Gas einsparen sondern zusätzlich noch Müllgebühren", vermutet die ehemalige Umweltberaterin Ilge Wilhelm und weiter: "Müll mitverbrennen ist echt kriminell! Denn was in Müllverbrennungsanlagen teuer aus der Abluft gefiltert wird wie Schwermetalle, Säuren, Dioxin oder krebserregende Stoffe wird beim Verbrennen von Müll im heimischen Ofen direkt in die Nachbarschaft geblasen. So etwas kann mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden.

"In den häuslichen Kaminofen dürfen gut getrocknetes und naturbelassenes Stückholz, Reisig, Zapfen oder Holzpellets ohne Bindemittel und sonst nichts. Den Ofen richtig zu befeuern ist allerdings eine kleine Wissenschaft für sich. Wird zu feuchtes Holz verbrannt, zu viel auf einmal nachgelegt oder die Luftzufuhr zu früh gedrosselt, entstehen krebserregende Verschwelungsprodukte, die ebenfalls die Nachbarschaft belästigen.

Deshalb muss frisches Scheitholz mindestens zwei Jahre im Freien regengeschützt gelagert werden können. Und solange beim Feuern Holz nachgelegt wird und es mit gelber Flamme brennt, muss die Luftklappe geöffnet bleiben. Ist es während dieser Verbrennungsphase im Raum zu warm geworden, öffnet man die Türen zu Nachbarräumen. Erst wenn alles Holz zur Glut abgebrannt ist, kann die Luftzufuhr gedrosselt werden. Ein sauberer Abbrand ist daran zu erkennen, dass sich kein Ruß im Verbrennungsraum bildet.

Beim Heizen mit einem einfachen Kaminofen muss man sich also ständig um das Feuer kümmern. Außerdem geht viel Wärme über den Kamin verloren. Wer mehr als nur für kurze Zeit wohlige Wärme haben möchte, ist beispielsweise mit einem Kachelofen besser bedient. Er speichert die Feuerwärme und gibt sie noch lange ab, obwohl der Ofen schon längst aus ist. Außerdem wird darin das Holz wirtschaftlicher verbrannt. "Auch mit Holz sollte man sparsam umgehen und damit möglichst effizient heizen", merkt die ehemalige Umweltberaterin an, "denn gerade Scheitholz trägt nicht unerheblich zur Feinstaubbelastung bei."



Logo der BUND Heidelberg Umweltberatung

Beratungszeiten

Mo, Mi, Fr: 13 -16 Uhr

Di und Do: 13 -18 Uhr

Telefon: 06221/25817

umweltberatung.heidelberg@bund.net

 

Willy-Brandt-Platz 5

69117 Heidelberg

Testen Sie Ihre Kosmetika!

ToxFox-App: Testen Sie Ihre Kosmetika!

Stellen Sie die Giftfrage!

Suche