BUND Heidelberg
BUND Heidelberg

Landschaftspflege

Warum Landschaftspflege?

Heidelberg wird geprägt von seiner alten Kulturlandschaft. So wurden beispielsweise die Hänge am Philosophenweg und in Rohrbach als Weinberge bewirtschaftet und Bachtäler wie z.B. das Handschuhsheimer Mühltal bis nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem zum Heuerwerb genutzt. Damit wurden Lebensräume für heute stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Mit der Umstellung der Landwirtschaft von Viehhaltung auf Gemüseanbau und die Aufgabe des Weinanbaus wurden die Flächen nach und nach von Brombeeren und Wald zurückerobert. Damit drohten auch die auf diese Lebensräume angewiesenen Arten zu verschwinden. Gemeinsam mit der Stadt Heidelberg setzt sich der BUND für die richtige Pflege dieser Flächen ein. Bei diesen Arbeiten freuen wir uns immer über Helferinnen und Helfer, die uns z.B. bei der Pflege der Trockenmauern und der Wiesenmahd unterstützen.

Hirschwiese

Die idyllische Hirschwiese am oberen Ende des Mühltals in Handschuhsheim befindet sich schon seit 1984 in der Obhut des BUND. Ein Mosaik unterschiedlicher Wiesentypen mit mehr als 100 Pflanzenarten (darunter seltene Arten wie Pfeifengras, Wollgras und Königs-Rippenfarn und große Bestände von „Schmetterlingsblumen“ wie Gilb- und Blutweiderich, Kratzdistel und Großem Wiesenknopf), die Hirschquelle, der Mühlbach und die reiche Tierwelt machen die Hirschwiese zu einem biologischen Kleinod. So kommen hier mehr als 100 Schmetterlingsarten vor, zahlreiche Spinnenarten und seltene Libellenarten wie die Zweigestreifte Quelljungfer. Von dem großen Nahrungsangebot profitieren wiederum die Amphibien: Der Feuersalamander, dessen Larven sich im Mühlbach entwickeln, aber auch Grasfrosch, Bergmolch und Erdkröte, die auf der Hirschwiese ihren Jahreslebensraum haben und in den Mühlbachteichen ablaichen. Häufig trifft man hier auch Blindschleichen und ab und zu eine Ringelnatter an. In den am Waldrand hängenden Fledermauskästen leben im Sommer einzelne Zwerg- und Mückenfledermäuse sowie Kleine Abendsegler, und nachts sind im Mühltal außerdem Breitflügelfledermäuse und Langohrfledermäuse auf Insektenjagd.

Damit diese ökologisch wertvolle Waldwiese nicht nach und nach von Adlerfarn, Brombeergestrüpp und Wald zurückerobert wird, pflegt der BUND die Wiese schon seit vielen Jahren. Unterstützt wird der BUND seit 2015 auch vom Forstamt, das seither die aufwendigen Mäharbeiten durchführt. Anschließend wird das ganze Mähgut von BUND-Aktiven zusammengerecht und mit Schubkarren und großen Plastikplanen von der Wiese abtransportiert. Diese Maßnahme wird vom Umweltamt über die Landschaftspflegerichtlinie gefördert. Zur „Halbzeit“ gibt es natürlich immer eine extra leckere Brotzeit. Allen Helferinnen und Helfern, die in den letzten Jahren mit viel Schwung und guter Laune dabei waren, an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön!

Wer bei einem unseren „Wies´n-Events“ mitmachen möchte, melde sich bitte im BUND-Umweltzentrum (06221-182631). Wir freuen uns über jede Hilfe!

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