BUND Heidelberg

Kleidung und Kosmetik

Bei Atemmasken doppelt auf die Gesundheit achten!

Atemmasken werden nun deutschlandweit wahrscheinlich Pflicht in den Corona-Zeiten.

Zu Recht, denn sie schützen die eigene Gesundheit, aber vor allem auch die Gesundheit der Personen, denen man begegnet und mit denen man redet. Da es aber zu wenige Masken gibt, werden sie häufig selbst gebastelt. 

Gehört man zu den Bastlern, sollte man ein zweites Mal auf die Gesundheit achten, denn der Stoff, den man verwendet, kommt einem sehr nahe und kann die Atemwege reizen und gesundheitliche Probleme bereiten. Das liegt nicht an den Fasern, die für den Stoff verwendet werden, sondern an der Ausrüstung, die man für die Stoffe einsetzt, um ihnen besondere Eigenschaften zu verleihen. Das sind Chemikalien, die den Stoff färben, die Farben konservieren, die Fasern davor schützen einzugehen, den Stoff geschmeidig machen und vieles mehr. Oftmals ist es ein wahrer Chemiecocktail. Davon können einige Chemikalien auch gesundheitsschädlich sein. Eine Gesundheitsbelastung durch diese, können Sie aber mit ein paar Vorsichtsmaßnahmen reduzieren, indem Sie bei der Stoffauswahl für die Masken vorsichtig sind. Folgende drei Regeln können schon helfen:

  • Verwenden Sie wenn möglich gebrauchte Stoffe, die bereits vielfach gewaschen wurden.
  • Wenn Sie neue Stoffe benutzen, verwenden sie solche, die Kriterien eines vertrauenswürdigen Gütesiegels erfüllen. Es gibt eine Vielzahl solcher Siegel. Wie gut diese sind, erfahren Sie unter www.siegelklarheit.de. Waschen Sie auch diese vor dem ersten Gebrauch. Wenn Sie Fragen zu Siegeln haben, rufen Sie uns an!
  • Verwenden Sie keine Dekostoffe! Diese sind nicht dafür gedacht, dauerhaft die Haut zu berühren, und schon gar nicht Ihre Nase!

100 Prozent Baumwolle?

Eine Bluse aus 100 Prozent Baumwolle, die sich nicht heiß bügeln lässt und beim Tragen so wenig Schweiß aufsaugt wie Kunstfasern? Da stimmt doch etwas nicht! Richtig: Zum Einen können 2 Prozent andere Fasern verarbeitet sein und zum anderen kann sie durch spezielle Textilausrüstung, die nicht gekennzeichnet werden muss, mit verschiedensten Chemikalien behandelt sein.

Zur Pflegeleichtausrüstung und für Füllappreturen werden beispielsweise verschiedene Kunstharze eingesetzt. Darunter solche, die das berühmt-berüchtigte Formaldehyd abspalten. Sie kann auch antimikrobiell z.B. mit Antibiotika ausgerüstet oder zur Schmutzabweisung mit einem teflonähnlichen Kunststoff überzogen sein usw. Bei Wolle ist es ähnlich, bei Seide nicht besser. Als LiebhaberIn von Naturstoffen ist man heute demnach vor hohen Kunststoffanteilen, die die angenehmen Trageeigenschaften der Naturfasern hinfällig machen, nicht sicher. Hier hilft nur der Einkauf in Geschäften oder in Versandhäusern, die sich darauf spezialisiert haben. Immer öfter treten aber auch Allergien und Hautprobleme durch bestimmte Chemikalien in der Kleidung auf. Ein weiteres Problem ist schließlich die große Umweltbelastung, die die Textilveredlung verursacht.  

Kleidung: Gesund für Sie

Kleider machen Leute, manchmal aber auch krank. Auf jeden Fall ist ihre Produktion sehr umweltbelastend, weil immer mehr kurzlebiger Modefummel hergestellt wird und die sogenannte Veredlung von Textilien nichts anderes ist, als das Erzielen von Modeeffekten durch den Einsatz von geballter Chemie.

Dies gilt auch für Kleidung aus Wolle, Baumwolle und Seide. Wer meint, ständig neue Klamotten zu brauchen, hat das höchste Risiko, mit Chemikalienrückständen aus den Kleidern in Berührung zu kommen. Dabei ist das Problem weniger eine einzelne ungesunde Substanz, sondern vielmehr die heute unüberschaubare Vielzahl an Chemikalien, die in kleinsten Mengen - und nicht nur über die Kleidung - auf den menschlichen Körper einwirken. Sie überfordern ihn allmählich und können ihn schleichend krank machen.

Für Umwelt- und Gesundheitsbewußte deshalb einige Tipps: Prinzipiell sollte man jedes Teil vor dem Tragen mindestens einmal waschen. Hierdurch werden eventuell noch vorhandene Chemikalienrückstände entfernt.

Tipp: Achten Sie beim Einkauf von Kleidung auf die Kennzeichnung mit dem IVN Best-Label oder dem GOTS-Standard. Ausführliche Informationen zu den Labeln finden Sie hier. 

Kleidung: Gesund für die Bauern

Der Großteil der heutigen Mode besteht aus Baumwolle. Betrachtet man die weltweiten Anbauflächen, so werden bereits auf 68 % der Baumwollflächen gentechnisch veränderte Baumwollpflanzen angebaut. Diese Neuzüchtungen sind resistent gegen Insekten und teilweise auch gegen die beim intensiven Baumwollanbau eingesetzten Herbizide. Der weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid-Wirkstoff „Glyphosat“ steht neuerdings unter dem Verdacht, Krebserregend zu sein. Durch den Kauf konventioneller Baumwollkleidung unterstützt man den Einsatz dieser gesundheitsschädigenden Substanzen und den Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen. Der konventionelle Baumwollanbau wird meist mit intensiver künstlicher Bewässerung betrieben, mit erheblichen Umweltauswirkungen auf die gesamte Region.

Diesen für Umwelt und Gesundheit der Baumwollbauern schädlichen Praktiken kann man Einhalt gebieten, indem man beim Kleiderkauf auf die Kennzeichnung mit Labeln achtet, die den Anbau der Baumwolle regeln, z.B. IVN Best oder dem GOTS-Label. Ausführliche Informationen zu den Labeln finden Sie hier.

Eine weitere Alternative ist Kleidung aus Hanf, Wolle oder Leinen. Hanf beispielsweise verfügt über eine wesentlich bessere Umweltbilanz als Baumwolle, weil er weniger gedüngt und nicht mit Pestiziden behandelt werden muss. 

Kleidung: Gesund für die Fabrikarbeiterinnen

Als im April 2013 über 1000 Menschen bei einem Fabrikeinsturz in einer Textilfabrik in Bangladesch ums Leben kamen, wurden die Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen in den dortigen Textilfabriken wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Arbeiterinnen in Bangladesch, dem zweitgrößten Textilproduzenten der Welt, arbeiten unter Bedingungen, die an Sklaverei grenzen. 12-16 Stunden am Tag sind die Regel, in Phasen großer Bestellungen entfällt auch mal die Toilettenpause, die Arbeiterinnen sind oft noch Kinder. Hierfür bekommen sie umgerechnet 30 Euro im Monat.

Unter diesen Bedingungen werden die Kleider, die wir tragen, hergestellt. Abhilfe kann geschaffen werden, indem man beim Kleiderkauf auf Label achtet, die auch die Arbeitsbedingungen der Textilherstellung berücksichtigen. Dies tun die Label IVN Best und GOTS. Ausführliche Informationen zu den Labeln finden Sie hier. 

Gesunde Kleidung zum günstigen Preis

Die Produktion neuer Kleidung verursacht vielfältige negative Umweltwirkungen; Wasser, Ressourcen und Energie werden ausgebeutet und auch die sozialen Bedingungen, unter denen Kleidung hergestellt wird, sind oft katastrophal. Diesem Dilemma kann man entgehen, wenn man statt neuer Kleidung Second-Hand Klamotten kauft. Hierdurch vermeidet man die negativen Umweltauswirkungen und Abfälle.

Noch einfacher funktioniert das Ganze auf der Kleidertauschparty der BUNDjugend Heidelberg, bei der man - wie der Name schon sagt - mit gutem Gewissen nach Herzenslust Klamotten tauschen kann.

Weitere Anregungen zu nachhaltigem Leben finden Sie hier.

ToxFox – Der Kosmetikcheck spürt hormonell wirksame Stoffe auf

Was haben rund ein Drittel der Pflege- und Kosmetikprodukte auf dem deutschen Markt gemeinsam? Sie enthalten hormonell wirksame Chemikalien! Das ist das Ergebnis einer BUND-Studie, in der über 60.000 Produkte ausgewertet wurden. Die Körperpflegemittel enthielten 15 verschiedene Chemikalien, die wie Hormone wirken. Diese Stoffe dienen vor allem als Konservierungsmittel und UV-Filter. Und das nicht nur in Sonnencreme – die Palette belasteter Produkte reicht von Duschgel, Rasierschaum, Haargel und Lippenstift über Handcremes und Bodylotions bis zu Zahnpasta.

Erschreckend: Bei den Marktführern Beiersdorf (Nivea) und L'Oréal enthält fast jedes zweite Produkt hormonell wirksame Stoffe. Dagegen kommt Naturkosmetik in der Regel ganz ohne diese bedenklichen Chemikalien aus.

Um VerbraucherInnen die Wahl von Produkten ohne hormonell wirksame Chemikalien zu erleichtern, hat der BUND den ToxFox entwickelt. Mit der kostenlosen ToxFox-App für’s iPhone und den iPod touch lässt sich sekundenschnell mit nur einem Klick erkennen, ob ein Kosmetikprodukt diese Stoffe enthält.

Einfach mit der Kamera den Strichcode auf der Produktpackung scannen und schon erhalten Sie Auskunft!

Alternativ können Produkte nach Kategorien sortiert angezeigt oder über die Stichwortsuche gefunden werden. Mehr als 60.000 Artikel deckt die App zum Start bereits ab, weitere Produkte werden folgen. Aus Kostengründen kann die ToxFox-App zunächst nur für iOS-Geräte zur Verfügung gestellt werden. NutzerInnen von Android, Windows Phone und anderen internetfähigen Handys können den Kosmetik-Check mit unserer mobilen Seite machen.

ToxFox-App herunterladen (iTunes) 

 

Naturkosmetik und Körperpflege

Naturkosmetik liegt im Trend. Immer mehr Menschen wollen umweltverträglich leben und vermeiden bewusst Produkte, die möglicherweise Schadstoffe enthalten könnten. Im Gegensatz zu Bio-Lebensmitteln ist der Begriff "Naturkosmetik" aber nicht geschützt. Manchen Herstellern reichen schon ein paar Tropfen Pflanzenöl, um ihr Produkt als "Naturkosmetik" anzupreisen. Deshalb sollte man beim Kauf vorsichtig sein. Es gibt einige Gütesiegel, die beim Einkauf Orientierungshilfen liefern. Eine Übersicht über die gängigen Siegel und ihre Bedeutung finden Sie unter:

http://www.label-online.de/

Neben den offiziellen Siegeln gibt es noch eine Reihe von Herstellern, die ihre eigenen firmeninternen Richtlinien verwenden, obwohl diese oft nicht so streng sind wie die offiziellen Gütesiegel. Schauen Sie auf die Website von Firmen und prüfen Sie, welche Richtlinien sie einhalten. 

Kontakt

BUND Heidelberg

Umweltberatung (Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr 13:00 - 16:00 Uhr, Di, Do 13:00 - 18:00 Uhr)
Willy-Brandt-Platz 5 69115 Heidelberg E-Mail schreiben Tel.: 06221 25817 Fax: 06221 650038

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