Stand: 28.09.2025
Warum eine Verpackungssteuer?
Die Stadt Heidelberg hat noch keine kommunale Verpackungssteuer eingeführt, bereitet aber deren Einführung vor und ist in der Liste der Städte, die dies planen. Die Einführung einer Verpackungssteuer ist für Gastronomiebetriebe geplant, um die Nutzung von Mehrwegverpackungen zu fördern und Einwegverpackungsmüll zu reduzieren. Die Einnahmen sollen dazu verwendet werden, die Anschaffung von Mehrweggeschirr zu unterstützen und ein zentrales Rücknahme- und Spülsystem aufzubauen.
Müllsammeln des BUND HD am Heidelberger Adenauerplatz (Foto: B. Brückmann 2024)
Positive Effekte der Steuer
- Weniger Abfall: Erfahrungen aus Tübingen zeigen bereits eine deutliche Reduzierung des Verpackungsmülls.
- Mehr Mehrweg: Gastronomiebetriebe sollen motiviert werden, Mehrwegsysteme anzubieten und zu nutzen.
- Besserer Umweltschutz: Weniger Einweg bedeutet weniger Abfall, weniger Umweltverschmutzung und weniger Mikroplastik.
Unsere Position als BUND Heidelberg
Wir setzen uns entschieden für die Einführung einer Verpackungssteuer ein, weil sie:
- „Wilden“ Plastikmüll im öffentlichen Raum reduziert, der sich zu umwelt- und gesundheitsschädlichem Mikroplastik zersetzen kann.
- Rohstoffe spart und Heidelbergs Weg zu einer nachhaltigen, lokalen Kreislaufwirtschaft unterstützt.
- Die Lebensqualität in der Stadt erhöht – ein sauberer öffentlicher Raum ist attraktiver für Einwohnerinnen, Einwohner und Gäste.
Uns ist bewusst, dass die Einführung organisatorische Herausforderungen mit sich bringt und betroffene Unternehmen zunächst wirtschaftlich belasten kann. Dennoch sehen wir derzeit keine Alternative, um die Probleme von Einwegmüll, Mikroplastik und Ressourcenverschwendung wirksam zu lösen.
Aktueller Stand in Heidelberg
- Heidelberg zählt zu den Städten, die eine Verpackungssteuer planen.
- Der Gemeinderat hat die Verwaltung mit der Erstellung eines Konzepts beauftragt.
- Aufgrund einer akuten Haushaltssperre ist der Prozess derzeit vorübergehend ausgesetzt.
Beispiele anderer Städte
- Tübingen: Als erste Stadt in Deutschland hat Tübingen bereits 2022 eine Verpackungssteuer eingeführt, welche zu einer spürbaren Reduzierung des Mülls und zu einem Anstieg der Mehrwegnutzung geführt hat.
- Konstanz: Seit Anfang 2025 erhebt auch Konstanz eine Verpackungssteuer auf Einweggeschirr und -verpackungen.
- Freiburg: Ab 2026 wird in Freiburg eine Verpackungssteuer eingeführt. Begleitend sollen die Mehrwegsysteme vor Ort gestärkt werden – auch mit Hilfe eines Förderprogramms, das lokale Akteure bei der Einführung einer Mehrweg-Lösung unterstützt.
- In anderen Bundesländern:
Zumindest Bonn, Bremen, Gießen, Köln, Troisdorf und Oberhausen prüfen und/oder planen die Einführung einer Verpackungssteuer.
Meldungen und Hintergrundinformationen
Stadt Heidelberg
- 13.12.2024 Verpackungssteuer: Anschreiben an potenziell betroffene Betriebe als nächster Schritt
- 13.10.2023 Verpackungssteuer: Stadt Heidelberg bereitet Einführung ab dem Jahr 2025 vor
Rhein-Neckar-Zeitung